Newsletter Nr. 10 – Rojava verteidigen heisst die Hoffnung verteidigen

Liebe Genoss_innen und Freund_innen

„Am 2. November brachte ein globaler Tag der Solidarität mit dem
Widerstand von Rojava Tausende Menschen in Dutzenden Städten auf der
ganzen Welt auf die Strasse. Für die Völker Nordsyriens, die sich
derzeit gegen eine Invasion der türkischen Armee und ihrer
dschihadistischen Verbündeten zur Wehr setzen, gehört die Freude und
Zuversicht, die diese Demonstrationen mit sich brachten, zu den grössten
Geschenken, auf die man hoffen kann. (…) Wenn man eine Revolution
gegen das Patriarchat, den Nationalstaat und gegen den Kapitalismus
startet, kann man sich natürlich nicht darauf verlassen, dass andere
Staaten einen unterstützen. (…) Die internationale Solidarität, die
Rojava widerfährt, ist inspirierend“
(https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/aufruf-zur-globalen-verteidigung-der-rojava-revolution-15172)

Diese Zeilen erinnern uns daran, wie wichtig Solidarität ist. Nach fast
einem Monat Krieg können die schlimmen Nachrichten, die uns tagtäglich
erreichen – wie dass das Frauendorf Jinwar evakuiert werden musste oder
dass Guterres Unterstützung der UNO für die geplanten ethnischen
Säuberungen durch die Türkei äusserte – zuweilen entmutigend sein… So
viele Demos und tolle Aktionen (wie kürzlich die Hörsaalbesetzung an der
Uni Zürich siehe https://barrikade.info/article/2832) und kein
Lichtblick in Sicht… Warum noch auf die Strasse werden sich manche
fragen. Weil die Menschen vor Ort in Nordsyrien die Hoffnung nicht
verloren haben – weil sie im Gegensatz zu uns hier nicht wieder zurück
zum normalen Alltag gehen können, weil es für sie eben keine Normalität
mehr gibt. Wir sind es diesen Menschen schuldig, die uns gezeigt und
nach wie vor eindrücklich zeigen, dass eine andere Welt möglich ist. Es
geht  nicht darum, eine Moralpredigt zu halten, sondern darum, in
Erinnerung zu rufen, warum unsere kleinen Gesten der Solidarität wichtig
sind. Es  geht darum, Haltung zu zeigen, Schulter an Schulter mit den
Menschen und den Kämpfer_innen in Nordsyrien das emanzipatorische
Projekt, unsere Hoffnung, zu verteidigen. Wir brauchen Ausdauer, weil
mächtige Gegner_innen uns gegenüber stehen, die bereit sind im
wörtlichen Sinn über Leichen zu gehen. Und weil Zermürbung und
psychologische Kriegsführung zu den klassischen Mitteln jeder
Militäroperation gehören (siehe
https://lowerclassmag.com/2019/10/08/krieg-gegen-rojava-das-einfache-das-schwer-zu-verteidigen-ist/).
Deshalb, um es nochmals mit den Wörter der internationalistische Kommune
zu sagen: „Heute ist der Kampf um Rojava, morgen könnte er woanders
sein, und mit der Verteidigung von Rojava verteidigen wir nicht nur das
Volk und die Revolution hier, sondern auch die Hoffnung, dass eine
andere Welt möglich ist.“

Demo Samstag, 9. November 14:30 Uhr Rathausbrücke, Zürich
(https://rojavaagenda.noblogs.org/post/2019/11/05/demo-steh-auf-fuer-rojava/)

Weitere Demos, Veranstaltungen und Aktionen: siehe
https://rojavaagenda.noblogs.org/ und t.me/rojavaagenda

Wir sehen uns auf der Strasse!

Lesetipps:
– Am Samstag, 9.11. 19:30 Uhr findet in Bern eine Veranstaltung mit Maja
Hess von Medico International, die gerade aus Rojava zurück ist (siehe
https://rojavaagenda.noblogs.org/post/2019/11/05/was-passiert-gerade-in-rojava/).
Dazu ein Interview mit ihr:
https://www.watson.ch/!944753466?fbclid=IwAR2tXWQ8zmyayjCQqhrdc0lBZ8G2gUAsYuh_PIO69BEpBdCT6yXZuUBj5KI

– Die türkische Invasion richtet sich gegen das emanzipatorische Projekt
und insbesondere gegen die Frauenrevolution. Die Internationalistin
Andrea Benario über WomenDefendRojava:
http://www.kurdistan-report.de/index.php/archiv/2019/72-kr-206-november-dezember-2019/909-die-errungenschaften-der-frauenrevolution-an-jedem-ort-der-welt-verteidigen

– Das Frauendorf Jinwar ist akut bedroht und musste teilweise evakuiert
werden. Doch die Frauen versichern, dass sie das Projekt nicht aufgeben
werden. Ein italienische Journalistin hat ihre Eindrücke in Wort und
Bilder gefasst:
https://www.woz.ch/1944/brief-aus-jinwar/der-winter-kommt
– Eine aktuelle Bewertung von Ali Çiçek (Civaka Azad):
http://www.kurdistan-report.de/index.php/archiv/2019/72-kr-206-november-dezember-2019/911-gelebte-zukunft

– Ein Artikel von Make Rojava Green Again (auf Englisch):
https://makerojavagreenagain.org/2019/10/11/ecology-in-times-of-war/

Solidarische Grüsse
Rojava-Komitee Zürich

rojavaagenda.noblogs.org
Telegram-Kanal: t.me/rojavaagenda
Twitter: @AgendaRojka
#riseup4rojava

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