Newsletter Nr. 60: Aktionstag «Wir sind alle YPJ!» und aktuelle Lage in Rojava und Rojhilat

Liebe Freund*innen und Genoss*innen
Intensiv bereiten wir uns auf den 14. Juni vor an dem wir dieses Jahr neben dem feministischen Streik auch zu den NO G7 Protesten auf die Strasse gehen. Zum G7 Gipfel wurde auch der Präsident der syrischen HTS-Übergangsregierung Al-Jolani eingeladen, der im Januar die Angriffe auf die Selbstverwaltung befehligte. In diesem Newsletter berichten wir passend zum feministischen Streik über den globalen Aktionstag „Wir sind alle YPJ!“, an dem weltweit die Solidarität mit den Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) bekundet wurde. Ausserdem schauen wir auf die aktuellen Entwicklungen in Rojava und Rojhilat.

Wir sind alle YPJ!
Am 31. Mai fand der globale Aktionstag zur Kampagne „Wir sind alle YPJ!“ statt. Auf einer Demonstration in Qamişlo bekräftigten mehrere Frauenorganisationen ihre Unterstützung der YPJ. Gleichzeitig kritisierten sie die Weigerung der HTS-Übergangsregierung, die Rolle der YPJ und allgemein die Rolle von Frauen in einem zukünftigen Syrien anzuerkennen. Die Koordinationsvertreterin von Kongra Star Gulîstan Gulo erklärte: „Statt der YPJ zu danken und sie für ihre Opfer zu würdigen, erklärt die Übergangsregierung, dass sie die YPJ nicht anerkenne. Auch wir erkennen dieses Regime nicht an. Es repräsentiere weder unsere Gesellschaft noch unsere Frauen.“ Ausserdem forderte die YPJ-Kommandantin Rohilat Efrîn, dass die Rechte der Frauen in der neuen syrischen Verfassung garantiert werden müssten [1].

Solidarität mit der YPJ and der Wohndemo am 30. Mai in Zürich

Auch in europäischen Städten gab es zahlreiche Kundgebungen und Veranstaltungen. In der Schweiz organisierte das Şehîd-Mehmet-Tunç-Komitee zusammen mit dem OAT-Aargau und dem Rojava Komitee Aargau eine Veranstaltung, in der gemeinsam der Dokumentarfilm „Hêza“ geschaut und diskutiert wurde. Der Film erzählt die Geschichte der Ezidin Hêza, der es gelang, aus der Gefangenschaft des IS zu fliehen und zu einer Kommandantin der Fraueneinheiten Şengals (YJŞ) zu werden [2]. In Zürich gab es bereits am 30. Mai im Zuge der Wohndemo eine Aktion in Solidarität mit der YPJ von der RJZ und der Widerstandsvernetzung. Auch wir haben ein Statement zum Aktionstag veröffentlicht, weil die Übergangsregierung mit der Leugnung der Existenz der YPJ alle revolutionären Errungenschaften Nord- und Ostsyriens gefährdet [3]. 

Aktuelle Entwicklungen in Rojava und unsere Rolle als revolutionäre Linke
Bereits am 24. April fand im Rahmen des Politwochenendes die Veranstaltung «Revolution in Zeiten von Krieg und Krise» statt, welche vom Radio LoRa mitgeschnitten wurde. In der Veranstaltung wurde die aktuelle Situation in Rojava in den globalen Kontext eingeordnet. Aufgezeigt wurde, wie sich die Dynamik in Syrien seit dem Fall des Baath-Regimes grundlegend geändert habe. Seit der Revolution sei in Rojava 14 Jahre lang die Politik des 3. Weges verfolgt worden. Dies habe bedeutet, einen eigenen Weg zu gehen und sich weder mit dem Baath-Regime, welches vom Iran und Russland unterstützt worden sei, noch mit der Nato auf strategische Bündnisse einzulassen. Der Widerspruch der zwei Lager habe zur Stärkung der eigenen Position genutzt werden können. Seit der Machtergreifung durch die von Al-Jolani geführte HTS im Dezember 2025 sähen sich die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) in Rojava einem einzigen Gegner gegenüber, der von einem breiten Bündnis aus EU, USA, Israel, Türkei und Grossbritannien unterstützt werde. Auf die neue Situation müssten neue Antworten gefunden werden [4].

Auch wenn die QSD grosse Gebietsverluste während der Angriffe der HTS im Januar hinnehmen musste, konnte die vollständige Vernichtung der Errungenschaften der Revolution durch die Generalmobilmachung und die globalen Proteste aufgehalten werden. Während der Veranstaltung wurde betont, dass sich seit dem Waffenstillstand vom 29. Januar und dem damit begonnenen Integrationsprozess zwischen der HTS-Übergangsregierung und der QSD der Widerstand vom militärischen ins gesellschaftliche verlagert habe. Dies sei eine der neuen Antworten auf die neuen Machtverhältnisse in Syrien. Auch wenn im Zuge des Integrationsprozesses manche Abstriche gemacht werden müssten, komme es jetzt darauf an, die Eckpfeiler der Revolution zu verteidigen. Einer dieser Eckpfeiler sei auf jeden Fall die YPJ, deren Anerkennung im Integrationsprozess für die Menschen eine klare rote Linie darstelle. Als revolutionäre Linke in der Schweiz sollten wir mit Offenheit auf die revolutionäre Realpolitik in Rojava blicken und uns bereithalten für den Fall, dass unsere Genoss*innen in Rojava unsere Unterstützung brauchen. Die Lage in Rojava bleibe weiterhin angespannt und die Situation könne jederzeit erneut militärisch eskalieren. Gleichzeitig betonen die Genoss*innen, dass es auch wichtig sei, hier die revolutionäre Bewegung auszubauen, um auch hier eine eigene Initiativkraft zu entwickeln. Nach dem Vorbild von Rojava sollten wir uns ebenfalls nicht dem einen oder anderen imperialistischen Machtblock anschliessen, sondern einen eigenen 3. Weg gehen [4].

Ein zentraler Bestandteil des Abkommens vom 29. Januar ist das Recht auf Rückkehr von Binnenvertriebenen. Seit Mitte März konnten bereits hunderte Familien nach Efrîn zurückkehren, die durch die Invasion der Türkei im Jahr 2018 vertrieben worden waren [5]. Ebenfalls wurden erste Schritte eingeleitet, die Rückkehr nach Serêkaniyê vorzubereiten. Die Zerstörung und die aktuelle ungeklärte Sicherheitslage erschweren jedoch bis jetzt die Rückkehr [6].

Aktuelle Situation in Iran
Zum Abschluss des Newsletters wollen wir noch zwei Artikel zur Einordnung der Entwicklungen in Rojhilat empfehlen. Bereits Ende April sprach die Widerstandsvernetzung mit einer Vertreterin der Partei für ein freies Leben in Kurdistan (PJAK). Das Interview gibt tiefe historische Einblicke in den Widerstand im Iran, die Organisationsstrukturen der PJAK und analysiert den aktuellen Krieg zwischen USA / Israel und Iran [7]. In einer aktuelleren Stellungnahme forderte die PJAK Trump dazu auf, die Empfänger der angeblichen Waffenlieferungen an Kurd*innen offenzulegen. Gleichzeitig wiesen sie Behauptungen zurück, dass die PJAK selber Waffenlieferungen von externen Mächten angenommen habe. Die PJAK-Pressesprecherin Gelawêj Ewrîn erklärte: „Diese Vorwürfe bedeuten, dass versucht wird, sowohl Iran gegen uns aufzuhetzen als auch den Glauben unseres Volkes an die eigene Bewegung zu erschüttern.“ [8]

Links
[1] https://deutsch.anf-news.com/frauen/unterstutzung-fur-ypj-in-qamislo-51802
[2] https://deutsch.anf-news.com/frauen/wir-sind-alle-ypj-solidaritatsaktionen-in-zahlreichen-stadten-51809
[3] https://rojavaagenda.noblogs.org/post/2026/05/31/wir-sind-alle-ypj/
[4] https://www.lora.ch/radio/ausgaben/offener-politkanal-revolution-zeiten-von-krieg-und-krise-2026-04-26
[5] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/ruckkehr-nach-serekaniye-namen-von-14-000-vertriebenen-familien-erfasst-51882
[6] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/erster-efrin-besuch-von-ilham-ehmed-seit-der-besetzung-2018-51774
[7] https://lowerclassmag.com/2026/05/05/interview-mit-der-partei-fuer-ein-freies-leben-in-kurdistan-pjak/
[8] https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/pjak-an-trump-empfanger-angeblicher-waffenlieferungen-offenlegen-51682

Demos zum 14. Juni und Sakine-Cansız-Festival

ALLE FLINTAQ* an den Feministischen Streik
Sonntag, 14.06.2026 ab 13:00 Uhr auf dem Kasernenareal Zürich, Demostart: 17:00 Uhr, Ni Una Menos Platz (ehemals Helvetiaplatz)
Offen für alle Frauen*, inter*, non-binäre*, trans*, Lesben*, genderqueere* Personen.

ALLE an die NO G7 Proteste in Genf
Internationalistisches Treffen ab dem 13. Juni
Große Demo am 14. Juni um 14 Uhr, Perle du Lac
Weitergehendes Programm bis zum 17. Juni

Jetzt schon vormerken: Sakine-Cansız-Festival
Sonntag, 28.06.2026 ab 11:00 Uhr, Kasernenareal Zürich

Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich

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WIR SIND ALLE YPJ!

Die Frauenrevolution von Rojava begann 2012 in Kobanê. Mitten im Krieg und in den Aufständen des Arabischen Frühlings entfachten kurdische Frauen eine Revolution. Diese schuf nicht einfach neue Machtverhältnisse, sondern organisierte die Gesellschaft und das Zusammenleben nach den Prinzipien der Frauenbefreiung, des Pluralismus, der direkten Demokratie und der Selbstverwaltung neu.

Die bewaffneten Frauenverteidigungseinheiten YPJ (Yekîneyên Parastina Jin) sind zu einem unvergleichlichen Symbol dieser Frauenrevolution geworden — nicht nur für die Völker Syriens und die Kurd*innen, sondern für uns alle. Dass die syrische Übergangsregierung die YPJ nicht offiziell anerkennt, bedeutet in Wirklichkeit eine Ablehnung von Demokratie und Freiheit selbst. Die Frauenverteidigungseinheiten, die den Kern des Kampfes gegen den IS bilden und ein Symbol für die Freiheit und den Kampf der Frauen sind, standen stets an vorderster Front für Demokratie und Gleichberechtigung in Syrien.

Der Widerstand von Kobanê wurde weltweit zum Symbol. Frauen aus Kurdistan und aus allen Teilen der Welt kämpften Schulter an Schulter für die Freiheit und das Leben. Die Unsterblichkeit von Arin Mirkans, die auf dem Hügel Kobanê-Miştenur die Freiheit der Frauen gegen den IS verteidigte, trug das Feuer der Befreiung zu arabischen, armenischen, assyrischen und turkmenischen Frauen und weit darüber hinaus. Die Frauenrevolution wurde international.

Gerade die neusten Entwicklungen in Syrien machen den Frauenkampf um so wichtiger. Seit am 29. Januar eine Vereinbarung zwischen der syrischen Übergangsregierung und der autonomen Verwaltung in Nord- und Ostsyrien getroffen wurde, sind die militärischen Angriffe auf die Errungenschaften der Frauenbewegung zwar vorerst eingestellt worden. Doch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene dauern die Angriffe an. In den laufenden Verhandlungen mit der Übergangsregierung verteidigen die Gesellschaft und insbesondere die Frauen weiterhin die Errungenschaften der Revolution — Frauenrechte, politische und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen sowie gesellschaftliche Vielfalt — gegen die islamistische und frauenfeindliche Mentalität der Übergangsregierung. Mit der Leugnung der Existenz der YPJ werden alle revolutionären Errungenschaften Nord- und Ostsyriens gefährdet und verlieren ihren eigentlichen Sinn. Aus diesem Grund erklären wir unsere Unterstützung für die YPJ als Symbol der Freiheit und als wahre Verteidigerinnen der Revolution der Völker in Syrien. Wir werden mit all unserer Kraft an der Seite der Frauenverteidigungseinheiten stehen.

Darum sagen wir: Stehen wir als Internationalist*innen an der Seite der Frauenrevolution in Rojava- stehen wir an der Seite von YPJ! Verteidigen wir sie – dort und hier.

Wir sind alle YPJ! – Jin, Jiyan, Azadî

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Defend Rojava: Tausende Fahnen für Rojava

Nichts ist vorbei! In Rojava werden die Errungenschaften der Selbstverwaltung mit allen Mitteln verteidigt. Leisten auch wir unseren Beitrag. Zeigen wir, dass wir an der Seite von Rojava stehen, zeigen wir, dass auch wir für Rojava kämpfen.

Wir rufen zu einer Solidaritätsaktion auf: Hängt alle eine «Defend Rojava»-Fahne oder ein Transparent am 21. März gut sichtbar auf!

Schickt ein Foto der aufgehängten Fahne bzw. von euren Transparenten auf Instagram an @rojavakomiteezuerich oder per Mail an rojka@riseup.net

Übersetzungen auf Kurdisch (Kurmancî), Türkisch, Englisch und Italienisch: Übersetzungen Aufruf

Nach der Generealmobilmachung Mitte Januar gegen die Angriffe der jihadistischen Übergangsregierung und dem darauffolgenden Abkommen vom 29. Januar ist nach wie vor vieles unklar. Sicher ist, dass das Projekt Rojava weiterlebt und dass das nach wie vor belagerte Kobanê nicht an die syrische Übergangsregierung abgegeben wird.

In ganz Rojava leisten die Menschen Widerstand, um das revolutionäre Projekt, ihre Hoffnung, ihre Würde und ihre Existenz zu verteidigen. Die aktuellen ideologischen Angriffe auf die Selbstverwaltung in Rojava zielen insbesondere auf die Frauenrevolution ab – deshalb gilt es sie mit allen möglichen Mitteln zu verteidigen.

Die Angriffe auf Rojava wurden zwar von der Übergangsregierung Al-Jolanis ausgeführt und von der Türkei orchestriert, wären ohne grünes Licht der internationalen Mächte – vor allem der USA, Israels und der EU jedoch nicht möglich gewesen. Aber auch die Gas- und Erdölkonzerne sowie wirtschaftlichen Vertretungen aus Ländern wie der Schweiz, waren es, die diesen Angriff unterstützt und ermöglicht haben.

Anfang Januar reiste nicht nur die Präsidentin der EU-Kommission nach Damaskus, um 600 Millionen zuzusagen, auch eine Schweizer Delegation traf Mitte Januardort ein, um die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen.

Denunzieren wir die Komplizenschaft des Westens. Lassen wir Rojava an jeder Wand, auf jedem Plakat, auf jedem Balkon, auf jeder Brücke, in allen Städten erscheinen.

Zeigen wir, dass wir viele sind, die in internationaler Solidarität Schulter an Schulter mit Rojava stehen! Hängt eine Fahne oder ein Transparent aus eurem Fenster, in der Schule und am Arbeitsplatz, an das Velo und Auto, an eine Brücke und zwischen Laternen… irgendwo, wo es im öffentlichen Raum sichtbar ist.

Die «Defend Rojava»-Fahnen können gegen 5 Franken bezogen werden, die Einnahmen gehen vollumfänglich nach Rojava. Wer noch solche Fahnen zu Hause hat, soll die gerne auch am 21. März aufhängen.

Am 21. März ist Newroz, das kurdische Neujahrsfest, das der Frühling feiert und ein Symbol des Widerstands ist. Zeigen wir an diesem Tag und darüber hinaus mit tausenden Fahnen und Transparente unsere Solidarität mit Rojava. 

Schickt ein Foto der aufgehängten Fahne bzw. von euren Transparenten auf Instagram an @rojavakomiteezuerich oder per Mail an rojka@riseup.net

Abholtermine für «Defend Rojava»-Fahnen:

Freitag, 13. März, 18 bis 22 Uhr, Infoladen Kasama, Militärstrasse 87A, 8004 Zürich

Samstag, 14. März, 13 bis 17 Uhr, Werdmühleplatz, 8001 Zürich

Jeweils Freitag, ab 17 Uhr, im Streiki Kiosk im feministischen Streikhaus, Sihlquai 115, 8005 Zürich

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Newsletter Nr. 59: 8. März, Newroz & tausende Fahnen für Rojava

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Nichts ist vorbei! In Rojava werden die Errungenschaften der Selbstverwaltung mit allen Mitteln verteidigt. Leisten auch wir unseren Beitrag. Zeigen wir, dass wir an der Seite von Rojava stehen, zeigen wir, dass auch wir für Rojava kämpfen.

Wir rufen zu einer Solidaritätsaktion auf: Hängt alle eine «Defend Rojava»-Fahne oder ein Transparent am 21. März gut sichtbar auf!

Ausserdem rufen wir alle FLINTAQ* auf an die Demos zum 8. März zu kommen!

Und wir laden zum Newroz-Fest am Samstag, 21. März in Zürich ein (weitere Infos folgen im nächsten Newsletter).

Defend Rojava: Tausende Fahnen für Rojava

Nach der Generealmobilmachung Mitte Januar gegen die Angriffe der jihadistischen Übergangsregierung und dem darauffolgenden Abkommen vom 29. Januar ist nach wie vor vieles unklar. Sicher ist, dass das Projekt Rojava weiterlebt und dass das nach wie vor belagerte Kobanê nicht an die syrische Übergangsregierung abgegeben wird. In ganz Rojava leisten die Menschen Widerstand, um das revolutionäre Projekt, ihre Hoffnung, ihre Würde und ihre Existenz zu verteidigen. Die aktuellen ideologischen Angriffe auf die Selbstverwaltung in Rojava zielen insbesondere auf die Frauenrevolution ab – deshalb gilt es sie mit allen möglichen Mitteln zu verteidigen.

Die Angriffe im vergangenen Monat wurden zwar durch die Übergangsregierung von Al-Jolani ausgeführt und von der Türkei orchestriert, wären aber nicht möglich gewesen, ohne Grünes Licht von den internationalen Mächten, allen voran die USA, Israel und die EU. Aber auch das Kapital, die Gas- und Erdölkonzerne sowie die wirtschaftlichen Vertretungen aus Ländern, wie etwa aus der Schweiz, waren es, die diesen Angriff mit unterstützt und ermöglicht haben. So war nicht nur die Präsidentin der Europäischen Kommission anfangs Januar in Damaskus, um 600 Millionen zu spenden, eine Schweizer Delegation traf auch Mitte Januar in Damaskus ein, um die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen. Denunzieren wir die Komplizenschaft des Westens, lassen wir Rojava an jeder Wand, auf jedem Plakat, auf jedem Balkon, auf jeder Brücke, in allen Städten erscheinen.

Zeigen wir, dass wir viele sind, die in internationaler Solidarität Schulter an Schulter mit Rojava stehen! Hängt eine Fahne oder ein Transparent aus eurem Fenster, in der Schule und am Arbeitsplatz, an das Velo und Auto, an eine Brücke und zwischen Laternen… irgendwo, wo es im öffentlichen Raum sichtbar ist. 

Die «Defend Rojava»-Fahnen können für 5 Franken bezogen werden, zum Beispiel am 13. März ab 18 Uhr im Infoladen Kasama oder am Samstag, 14. März von 13 Uhr bis 17 Uhr beim Werdmühleplatz (in Zürich). Die Einnahmen gehen vollumfänglich nach Rojava. Wer noch solche Fahnen zu Hause hat, soll die gerne auch am 21. März aufhängen.

Am 21. März ist Newroz, das kurdische Neujahrsfest, das der Frühling feiert und ein Symbol des Widerstands ist. Zeigen wir an diesem Tag und darüber hinaus mit tausenden Fahnen und Transparente unsere Solidarität mit Rojava.

Schickt ein Foto der aufgehängten Fahne bzw. von euren Transparenten auf Instagram an @rojavakomiteezuerich oder per Mail an rojka@riseup.net 

Demos zum Internationaler Frauenkampftag

7.3.26 10:30 Archhöfe Winterthur
7.3.26 13:30 Paradeplatz Zürich
8.3.26 14:00 Ni Una Menos-Platz Basel
(Cis-Männer bleiben solidarisch fern)

Samstag, 14. März: Unser Kampf in Rojava ist der Kampf für die Freiheit der Welt!
Am Samstag, dem 14.März von 13 – 17 Uhr organisiert der Frauenrat Beritan gemeinsam mit feministischen Kollektiven aus Zürich eine Veranstaltung am Werdmühlplatz.
Es wird durch den Nachmittag hindurch verschiedenstes Programm geben, mit feministischen Perspektiven aus Rojava, Iran, Baskenland und der Schweiz.

Rojhelat (Ostkurdistan) und Iran
– Berichte internationaler Medien über eine angebliche Bodenoffensive kurdischer Kämpfer:innen im Nordwesten des Iran wurden von kurdischen Organisationen zurückgewiesen: https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/kurdische-krafte-weisen-berichte-uber-angebliche-offensive-in-iran-zuruck-50574
– „Kurden im Iran blicken auf eine jahrzehntelange Widerstandstradition zurück. Eine ausländische Militärintervention lehnen die meisten ihrer Parteien ab“, schreibt Nick Brauns anfangs Februar: https://www.jungewelt.de/artikel/516711.iran-ghazi-mohammeds-erben.html – und hier sein neuster Artikel zu den Versuchen der USA, die Kurd:innen in den Krieg zu treiben: https://www.jungewelt.de/artikel/518687.krieg-gegen-iran-die-kurdische-front.html
– Ende Juni 2025 haben die Kurdin Varisheh Moradi und drei weitere Mitgefangene aus dem Evin-Gefängnis in einem offenen Brief vor „imperialen Befreiungsillusionen“ gewarnt. Ihre Analyse ist weiterhin aktuell: https://civaka-azad.org/inhaftierte-frauen-in-evin-warnen-vor-imperialen-befreiungsillusionen/
– Aufruf der Gemeinschaft der freien Frauen Ostkurdistans (KJAR) zum 8. März: https://deutsch.anf-news.com/frauen/kjar-die-welt-erlebt-einen-beispiellosen-widerstand-von-frauen-50584

Wir sehen uns auf der Strasse!
Defend Rojava! Jin, jiyan, Azadî!
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Newsletter Nr. 58: Den Druck aufrechterhalten – Rojava verteidigen, Internationalistische Demo 06.02. in Zürich, Grossdemo 07.02. in Genf 

Liebe Freund*innen und Genoss*innen
Jetzt gilt es, den Druck auf der Strasse aufrechtzuerhalten. Deshalb treffen wir uns morgen, den 6. Februar, um 19 Uhr auf dem Ni-Una Menos-Platz (ehem. Helvetiaplatz) zur internationalistischen Demonstration in Zürich. Und am Samstag geht es dann nach Genf in den internationalistischen Block an der Grossdemonstration. Hier treffen wir uns um 12 Uhr auf der Plaine de Plainpalais.

Der Aufruf für die Internationalistische Demonstration morgen bringt die aktuelle Situation auf den Punkt: „Nichts ist verloren, nichts ist vorbei! Der Angriff auf die Selbstverwaltung hält seit Beginn des Jahres an. Am vergangenen Freitag wurde nun ein weiteres Mal ein Abkommen zwischen der Selbstverwaltung und der syrischen Übergangsregierung erzielt. Solche „Abkommen“ haben wir in den vergangenen Monaten und Jahren, zur Genüge gesehen, um zu wissen, dass auf Al -Jolani, seine Verbündeten und ihre „Abkommen“, kein Verlass ist. Die Geschichte ist voller gebrochenen Versprechen. …“

Demonstrationsaufrufe für Freitag und Samstag

„… Genau deshalb müssen wir die Spannung und den Druck auf der Strasse auch jetzt weiter aufrechterhalten. Die Angriffe im vergangenen Monat wurden zwar durch Al-Jolanis Truppen ausgeführt und von der Türkei orchestriert, wären aber nicht möglich gewesen, ohne Grünes Licht von den internationalen Mächten. Die USA, Grossbritannien, Israel und die Türkei, um nur die Spitze des Eisbergs zu nennen. Aber auch das Kapital, die Gas- und Erdölkonzerne sowie die wirtschaftlichen Vertretungen aus Ländern, wie etwa aus der Schweiz, waren es, die diesen Angriff mit unterstützt und ermöglicht haben. Dies gilt es zu benennen und zu bekämpfen: Der Feind steht im eigenen Land!

Halten wir die internationale Solidarität entsprechend weiter aufrecht. Kommen wir zusammen auf den Strassen Zürichs. Im Zeichen des Internationalismus, im Zeichen der Solidarität zwischen den Völkern, im Zeichen des internationalen Kampfes um Befreiung. “

Für weiter Demonstrationen und Aktionen haltet euch auf dem Laufenden über unseren Telegram-Chat und unseren neuen Instagram-Account: 
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Waffenstillstandsabkommen
Die KCK Ko-Vorsitzende betonte, wie wichtig der gemeinsame Widerstand der Kurd:innen und der internationalen Verbündeten in den letzten Wochen während der Angriffe auf Rojava war und dass dieser Zusammenhalt auch für die kommende Zeit sehr wichtig sei, weil auf die Zusagen der Gegenseite kein Verlass sei. Sie betonte, dass insbesondere die Frauenrevolution den Widerstand für die Freiheit unbesiegbar gemacht habe [1].  

Ilham Ahmed (Ko-Aussenbeauftragte der Selbstverwaltung in Rojava)

Die Ko-Aussenbeauftragte der Selbstverwaltung in Rojava, Ilham Ahmed, stellte am vergangenen Freitag die Kernpunkte des Waffenstillstandsabkommens vor, welches am gleichen Tag mit der syrischen Übergangsregierung geschlossen wurde. Ein zentraler Punkt ist auch hier, dass die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) integraler Bestandteil der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) bleiben [2]. Die QSD soll als ganze Struktur in die syrische Armee eingegliedert werden. Zuvor hatte die syrische Übergangsregierung noch gefordert, dass die QSD sich auflöst und Kämpfer:innen individuell der syrischen Armee beitreten sollen. Auch die politischen Strukturen der Selbstverwaltung sollen als Ganzes in den syrischen Staat integriert werden und weiterhin von der lokalen Bevölkerung ausgefüllt werden. Weitere wichtige Punkte des Abkommens sind die Rückkehr Binnenvertriebener und die Anerkennung von Kurdisch als Muttersprache [2].

Am Samstag sagte der Oberkommandierende der QSD, Mazlum Abdi, in einem Interview mit Ronahî TV, dass das Ziel des Abkommens sei, zivile Opfer zu vermeiden und gleichzeitig die Errungenschaften der kurdischen Selbstverwaltung in Rojava zu sichern. Er sagte weiterhin: „Dass nicht alle mit dem Abkommen zufrieden sind, wissen wir. Auch wir sind es nicht in allen Punkten. Die Erwartungen unseres Volkes waren gross. Doch wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um das Blutvergiessen zu beenden. Wir werden weiterkämpfen, bis alle unsere Errungenschaften gesichert sind und jede vertriebene Person zurückkehren kann.“ [3] 

Schweizer Delegation in Rojava
Vom Sonntag bis Dienstag befand sich die „Rojava Delegation of Humanity“ in der nordostsyrischen Stadt Qamişlo. An ihr nahmen unter anderem Politiker:innen, Kulturschaffende und Menschenrechtsaktivist:innen aus der Schweiz teil. Ziel des Besuchs sei es, sich ein eigenes Bild vom Zustand der Region zu machen, insbesondere im Hinblick auf die andauernde humanitäre Krise und den Belagerungszustand in mehreren Teilen Rojavas [4]. Unter ihnen befand sich auch der Zürcher Gemeinderat Yves Heinz, welcher in einem Interview mit Tsüri von der Situation vor Ort berichtete. Er betonte, dass für die Menschen in Rojava vor allem die Errungenschaften der Frauenrevolution eine rote Linie seien: „Sie sind nicht bereit, ihre Freiheit aufzugeben oder erneut unterdrückt zu werden. Sollte die Regierung weiterhin versuchen, Frauenrechte oder die Rechte von Minderheiten einzuschränken, werden sie Widerstand leisten. Das ist für alle klar – auch wenn die Hoffnung besteht, dass die Konflikte politisch und nicht militärisch gelöst werden.“ [5]

Schweizer Delegation in Rojava

Update Karawane nach Rojava
In den letzten Wochen hatten wir von der Reise der Peoples Caravan berichtet, die sich unter anderem aufgemacht hatte, um die Blockade von Kobanê zu brechen. Vor zwei Wochen kam ein Teil der Karawane auf ihrem Weg nach Rojava auch in Zürich vorbei, wo wir sie im feministischen Streikhaus empfingen. Bereits letzte Woche hatten wir von der Abschiebung von einem Teil der Karawane berichtet. Nun hat die Peoples Caravan auf ihrer Webseite eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie mitteilt, dass inzwischen ca. 50 Personen, die mit der Karawane in Verbindung stehen, von der türkischen Polizei festgenommen und aus der Türkei abgeschoben wurden. Dabei berichten mehrere Teilnehmern:innen von schweren Misshandlungen während der Haft [6].

Update Proteste in Iran
Zu den Protesten in Iran möchten wir euch noch die folgenden beiden Artikel empfehlen. Das Lower Class Magazine veröffentlichte zwei Interviews mit Aktivist:innen der Studierendenbewegung, die die aktuelle Lage an den Universitäten beschreiben [7]. Die junge Welt beschäftigt sich mit der langen Tradition von kurdischem Widerstand in Iran [8].

Weitere Hintergrundinformationen zur aktuellen Lage in Rojava
Weitere Hintergrundinformationen zu den aktuellen Entwicklungen in Rojava findet ihr auf Civaka Azad [9] und ANF [10]. Ausserdem könnt ihr im Newsletter 57 und 56 die Ereignisse bis zum 29. Januar nachlesen.

Links
[1] https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/kck-dauerhafte-solidaritat-und-verantwortung-fur-rojava-notig-50155
[2] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/ilham-ehmed-das-abkommen-ist-ein-politischer-neuanfang-fur-syrien-50076
[3] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/unser-ziel-war-es-ein-massaker-an-unserer-bevolkerung-zu-verhindern-50085
[4] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/schweizer-delegation-in-rojava-kobane-weiterhin-unter-belagerung-50108
[5] https://tsri.ch/a/zuercher-politiker-yves-henz-in-rojava-der-krieg-ist-allgegenwaertig-gruene-gemeinderat
[6] https://peoplescaravan.tem.li/language/de/karawane-zur-verteidigung-der-menschlichkeit-in-der-turkei-gefolterte-europaerinnen-erwagen-rechtliche-schritte-gegen-turkische-beamte/
[7] https://lowerclassmag.com/2026/02/02/die-zukunft-ist-ungewiss/
[8] https://www.jungewelt.de/artikel/516711.iran-ghazi-mohammeds-erben.html
[9] https://civaka-azad.org/category/c9-analysen/c32-rojava-und-syrien/ 
[10] https://deutsch.anf-news.com

Veranstaltungen und Demos:

ALLE an die Internationalistische Demo am Freitag in Zürich
Freitag, 06.02.2026, 19:00 Uhr, Ni-Una Menos-Platz (ehem. Helvetiaplatz)

ALLE an die Grossdemo für Rojava am Samstag in Genf
Samstag, 07.02.2026, 12:00 Uhr, Plaine de Plainpalais

Soli Abig für Rojava in St. Gallen
Samstag, 07.02.2026, 19:30 Uhr, Rümpeltum
Programm: Einlass 19:30, 20:00 Videocall aus Rojava, Konzis Start um 21:00

Grafitti Jam für Rojava in Zürich
Sonntag, 08.02.2026, 13:00 Uhr, Oberer Letten

Rojava geht uns alle an! – Infoveranstaltung in Luzern
Mittwoch, 11.02.2026, 19:00 Uhr, Pfarrheim Ebikon
Was bedeuten die aktuellen Angriffe und das Abkommen mit der HTS-Regierung für die Zukunft Rojavas?

Weitere Demos und Aktionen werden täglich auf Telegram und Instagram geteilt.

Wir sehen uns auf der Strasse! Her bijî Rojava!
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Newsletter Nr. 57: Angriffe trotz Waffenruhe, Grossdemo 31.01. in Bern

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Die Angriffe auf Rojava gehen trotz vereinbarter Waffenruhe weiter und eine grössere Angriffswelle wird noch erwartet. Dagegen gehen wir gemeinsam in Bern auf die Strasse, um zu zeigen, dass Rojava nicht allein ist! Der Besammlungsort ist neu die Schützenmatte auf der wir uns morgen, Samstag den 31. Januar, um 14:00 Uhr treffen.

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An der Demo gibt es wieder einen internationalistischen Block – Treffpunkt ist beim Hochtranspi. Hier den Aufruf dazu:

Seit über zehn Tagen verschärft sich die Lage in Rojava. Trotz eines Waffenstillstands haben Jolani und seine dschihadistischen Milizen die Kontrolle über weite Gebiete an sich gerissen. Sie haben IS-Gefangene ohne Gerichtsprozess befreit und ihre Flagge erneut in der Stadt Raqqa gehisst, die 2017 von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) vom Kalifat befreit worden war. Der IS gewinnt durch diese Angriffe der HTS auf Rojava wieder an Stärke und soll darüber hinaus Kurd:innen und Araber:innen spalten.
Das revolutionäre Projekt Rojava und die Selbstbestimmung der Völker der Region sind in Gefahr!
Diese Angriffe werden mit der Zustimmung der westlichen Mächte durchgeführt, denn während Jolani ein Massaker verübte, wurde er ans WEF in Davos eingeladen, Van der Leyen reiste nach Damaskus, um ihm mehr als 600.000.000 Euro zu versprechen, und Schweizer Diplomat:innen reisten nach Syrien, um Wirtschaftsverträge auszuhandeln.
Aber in Rojava ist man weit davon entfernt zu kapitulieren! Es wurde die allgemeine Mobilmachung ausgerufen, und die Bevölkerung organisiert ihre Selbstverteidigung. Die Menschen und mit ihnen YPG & YPJ sind fest entschlossen, die Errungenschaften der Revolution zu verteidigen. Die Menschen in Kobane leisten Widerstand an vordester Front, schliessen wir uns dem an!
Als revolutionäre Internationalist:innen stehen wir Schulter an Schulter mit unseren kurdischen Genoss:innen, um Rojava und die Perspektive auf ein Leben jenseits von Patriarchat und Kapitalismus zu verteidigen!
Es lebe die Revolution! Bijî Berxwedana Rojava!
Kommt in den Internationalistischen Block beim Hochtranspi!

Die Demo ist Teil der globalen Rojava-Aktionswoche, die am Montag gestartet war und am Sonntag, den 1. Februar zu Ende geht [1].

Update Karawane nach Rojava

Ein Teil der Karawane wurde am Mittwoch in der Türkei verhaftet [2]. Die 16 Aktivist*innen befanden sich auf dem Weg nach Mêrdîn an die syrische Grenze. Unter ihnen befanden sich unter anderem Mitglieder der Partei die Linke. Diese forderten in eine Presseerklärung die sofortige Freilassung [5]. ANF hatte zunächst berichtet, dass die Aktivist*innen bereits gestern Abend nach Deutschland abgeschoben wurden [6]. Dann berichteten jedoch zwei Journalistinnen von Jugendinfo, die ebenfalls Teil der Gruppe sind, auf Instagram (@_jugendinfo), dass sie gerade erneut im Flugzeug verhaftet werden. Das Flugzeug befand sich zu dem Zeitpunkt noch auf dem Flughafen in Istanbul. Sie mussten dann die Nacht in Ausschaffungshaft verbringen – doch inzwischen erreichte uns die Nachricht, dass sie in Deutschland angekommen sind.

Der Teil der Karawane, der letzte Woche in Zürich vorbeikam, wurde an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei stundenlang aufgehalten und befindet sich zur Zeit in Thessaloniki. Doch die Menschen geben nicht auf – und ein weiterer Teil der Karawane ist heute Mittag in Suruc, direkt gegenüber Kobanê angekommen!
Mehr zur Karawane zum lesen gibt es zum Beispiel hier [3] [4]. Und regelmässige Updates gibt es auf Instagram (@peoplescaravan) und im Liveticker auf ihrer Webseite [13]

Interviews zur aktuellen Lage

In einem Interview anfangs Woche unterstrich Mazlum Abdi unter anderem, dass die Solidaritätsaktionen überall auf der Welt wichtig sind: «Die Reaktionen, der Widerstand und die Solidarität aus Kurdistan, aus Europa und aus anderen Teilen der Welt haben dem Prozess moralische Stärke verliehen». Ausserdem erklärt er, warum Rojava eine rote Linie sei [7].

Die kurdische Soziologin Rosa Burç erklärt in einem Interview warum «eigene Sicherheits- und Verwaltungsstrukturen kein ideologischer Luxus, sondern eine Überlebensnotwendigkeit» sind [8]

Update Proteste in Iran

Das Ausmass der staatlichen Gewalt gegen die Massenproteste in Rojhilat und ganz Iran ist wohl noch viel grösser als zunächst angenommen. Die Menschenrechtsorganisation HRANA spricht mittlerweile von 6’126 bestätigten Toten im Zuge der aktuellen Proteste. Eine andere Menschenrechtsorganisation spricht von 3’428 bestätigten toten Demonstrierenden, aber alle sind sich einig, dass die tatsächliche Zahl um die 30’000 liegen dürfte [9].
In einem literarischen Text, der im Lower Class Magazine veröffentlich wurde, setzt sich der Exiliraner Bahram Ghadimi mit seiner zerrissenen Identität auseinander [10].

Weitere Hintergrundinformationen zur aktuellen Lage in Rojava

Weitere Hintergrundinformationen zu den aktuellen Entwicklungen in Rojava findet ihr auf Civaka Azad [11] und ANF [12]. Ausserdem könnt ihr im Newsletter 56 die Ereignisse bis zum 22. Januar nachlesen.

Links

[1] https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/rojava-aktionswoche-vor-dem-abschluss-aufruf-zur-mobilisierung-am-31-januar-und-1-februar-50044

[2] https://peoplescaravan.tem.li/language/de/elementor-3120/

[3] https://www.akweb.de/bewegung/rojava-solidaritaet-karawane-wir-muessen-unsere-augen-wieder-auf-kobane-richten/

[4] https://www.jungewelt.de/artikel/516558.wie-bringen-sie-den-mut-auf-nach-rojava-zu-reisen.html

[5] https://www.die-linke.de/start/presse/detail/news/tuerkei-muss-deutsche-aktivistinnen-und-journalistinnen-sofort-freilassen/

[6] https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/teil-der-karawane-aus-der-turkei-abgeschoben-50060

[7] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/mazlum-abdi-rojava-ist-unsere-rote-linie-hier-wird-niemand-siegen-49965

[8] https://www.woz.ch/2605/kurdische-autonomie/rojava-ist-nicht-gescheitert/!SCZRFS8BJ2BR

[9] https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/-50004

[10] https://lowerclassmag.com/2026/01/29/der-weg-der-weitergeht/

Weitere Nachrichten

[11] https://civaka-azad.org/category/c9-analysen/c32-rojava-und-syrien/ 

[12] https://deutsch.anf-news.com

[13] https://peoplescaravan.tem.li/language/de/live-ticker-2/

Veranstaltungen und Demos:

Demonstrationen für Rojava am Freitag, 30.01.2026
Baden: 18:00 Uhr, Bahnhofsplatz
St. Gallen: 19:00 Uhr, Kornhausplatz

ALLE an die Grossdemo für Rojava am Samstag in Bern
Samstag, 31.01.2026, 14:00 Uhr, Schützenmatte, Bern
Achtung: der Besammlungsort Schützenmatte ist neu.
Diesen Samstag mobilisieren wir alle Kräfte nach Bern für ein gemeinsame widerständige Demonstration gegen die Angriffe auf Rojava. Kommt ALLE und bringt all eure Freund:innen mit!

Weitere Demos und Aktionen werden täglich auf Telegram und Instagram geteilt.

Wir sehen uns auf der Strasse! Her bijî Rojava!
Rojava Komitee Zürich

rojavaagenda.ch
Telegram-Kanal: t.me/rojavaagenda
Instagram: @rojavakomiteezuerich 
Newsletter-Abo: leeres Email an rojavaagenda-subscribe@lists.riseup.net

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️INTERNATIONALISTISCH KÄMPFEN – ROJAVA VERTEIDIGEN

📆 SAMSTAG 24.1.26
🕐 14:00 NI-UNA-MENOS-PLATZ / HELVETIAPLATZ
📍INTERNATIONALISTISCHER BLOCK an der nationalen Defend Rojava Demo
(beim Hochtranspi mit der Parole: internationalistisch kämpfen – Rojava verteidigen!)

Freund:innen, Genoss:innen,
Die Zeit zum Handeln ist jetzt! Rojava wird angegriffen wie nie zuvor. Kobanê ist umzingelt, die Verbindung zur Selbstverwaltung gekappt und die Türkei zieht Truppen an der Grenze zusammen. Von Waffenstillstand kann keine Rede sein, unablässlich werden die Angriffe an allen Fronten fortgeführt.
Und die Schweiz hat, während ein weiteres Massaker droht, nichts besseres zu tun, als die syrische Übergangsregierung in Damaskus zu treffen, mit dem Ziel, die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen.

Freund:innen, Genoss:innen,
Die Lage ist ernst. Nichts desto trotz, ist unser Vertrauen in die Kräfte vor Ort, ungebrochen. Die Jugend in der Türkei stürmt die Grenze, um den Menschen zu Hilfe zu kommen, in Rojava selbst wurde die Generalmobilisierung ausgerufen und in Europa gehen täglich tausende auf die Strasse.

Leisten auch wir unseren Beitrag. Denunzieren wir die Komplizenschaft des Westens, lassen wir Rojava an jeder Wand, auf jedem Plakat, zu jeder Zeit, in allen Städten erscheinen. Zeigen wir, dass wir an der Seite von Rojava stehen, zeigen wir, dass wir für Rojava kämpfen!

ALLE IN DEN INTERNATIONALISTISCHEN BLOCK!
ALLE AUF DIE STRASSE FÜR ROJAVA!

RISEUP4ROJAVA

8. März Unite, Aufstände der Allemende, AMAk, feministisches antirassistisches und antikapitalistisches Mütter-/ FLINTAQ-Kollektiv, Baselantifa, Berns Revolutionäre Jugend, Bern4Palestine, Bewegung für den Sozialismus, Bewegungsfreiheit für Alle, Comité Rojava des Montagnes du Jura, Dia Kollektiv, Fédération Libertaire des Montagnes, Feministisches Streik Kollektiv Zürich, FrauenLesbenKasama, Jungsozialist:innen Winterthur, Klimastreik Zürich, Lotta – organisiert kämpfen, NiUnaMenos, Offenes Antifaschistische Treffen Schweiz, Offensiv Gegen Feminizide, Organisierte Autonomie Zürich, Organisiert Handeln Bern, Partei der Arbeit Zürich, Junge Autonome Basel, Radio LoRa, Revolutionäre Jugend Zürich, Revolutionärer Aufbau Schweiz, Revolutionär Kämpfen, Revolutionäres Jugendbündnis Winterthur, Revolutionäres Streikkollektiv Zürich, Rojava Komitee Basel, Rojava Komitee Zürich, Stadtgruppe Zürich, Strike WEF, Vorwärts, Widerstandsvernetzung Schweiz, Young Struggle, Zämme Stah International, Zentralamerika-Sekretariat

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Newsletter Nr. 56: Rojava verteidigen, Grossdemo 24.01. in Zürich 

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Die kurdischen Städte Kobanê, Haseke und Qamislo in Nord- und Ostsyrien sind unter heftigen Angriff. Die islamistische Regierung lässt IS-Gefangenen frei. Jetzt müssen wir Rojava gemeinsam verteidigen. Kommt alle an die schweizweite Demo diesen Samstag, 24. Januar 2026 um 14 Uhr auf den NiUnaMenos-/Helvetia-Platz in Zürich!

Die Situation in Rojava spitzt sich immer mehr zu – die Menschen vor Ort leisten Widerstand, um das revolutionäre Projekt, ihre Hoffnung, ihre Würde und ihre Existenz zu verteidigen. Und weltweit wächst die internationale Solidarität, auch in der Schweiz finden täglich Demonstrationen und Aktionen in mehreren Städten gleichzeitig statt. Wir rufen euch alle dazu auf, euch daran zu beteiligen und selbst die Initiative zu ergreifen – stehen wir Schulter an Schulter mit Rojava und unseren kurdischen Genoss:innen. 

Haltet euch auf dem Laufenden über unseren Telegram-Chat und unseren neuen Instagram-Account: 
Telegram: t.me/rojavaagenda
Instagram: @rojavakomiteezuerich 

Karawane nach Rojava morgen Abend in Zürich
Den Aufruf der kurdischen Bewegung und der Internationalist:innen in Rojava folgend hat sich eine Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit gebildet. Ihr Ziel: Grenzen überwinden und Rojava verteidigen. Die Karawane startet morgen Freitag in verschiedenen Städten in Europa und macht sich auf den Weg nach Kobanê [1]. Sie wird am Abend in Zürich einen Zwischenhalt machen. Wir empfangen sie beim Streikhaus (Uhrzeit noch unklar) – kommt alle vorbei! Für mehr Infos siehe Instagram @peoplescaravan.

Verteidigung gegen den Grossangriff auf Rojava
Während Kobanê erneut unter Beschuss steht, halten Kämpfer:innen der YPJ und YPG die Stellung. In vorderster Front verteidigen sie die Bevölkerung gegen islamistische Milizen. Ihre Losung: “Berxwedan Jiyan e – Widerstand ist Leben“.  Im ANF-Artikel berichten sie über ihre Entschlossenheit und machen den Link zu 2014 [2]. 

Die Freiheitskämpfer:innen von Kobanê

Die aktuelle Verteidigung Rojavas ist ein Kampf ums Überleben. Das schreibt auch Michael Knapp in analyse & kritik. Er weist nochmal auf den Start der aktuellen Eskalation hin. In den trilateralen Gesprächen zwischen HTS-Regierung, USA und Israel am 6. Januar in Paris, hatte al-Sharaa offenbar grünes Licht für die Angriffe auf Rojava erhalten. Denn am folgenden Tag begannen die Angriffe auf die kurdischen Stadtteile in Aleppo [3].
Im Lower Class Magazine betont Osman Oğuz dass der Grossangriff auf Rojava durch die HTS nicht ein Schritt zur Vereinigung Syriens ist, sondern im Gegenteil die Spaltung zwischen Kurd:innen und Araber:innen vorantreibt. Weiter fordert er kein Mitleid mit den Kurd:innen zu haben, sondern aktiv Widerstand zu leisten: „Jede:r sollte sich an der Mobilisierung der Befreiungsbewegung beteiligen, indem er oder sie am eigenen Ort dafür sorgt, dass der gewohnte Normalbetrieb nicht einfach weiterläuft“ [4]. 
Kerem Schamberger erklärt in einem Interview: „Wir erleben derzeit eine breite Mobilisierung von Kurd*innen in allen vier Teilen Kurdistans. Das macht Hoffnung. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Demonstrationen in Deutschland und in ganz Europa. Genau darum geht es jetzt: über die Lage vor Ort aufzuklären und den öffentlichen Druck zu erhöhen. Einige westliche Staaten geben zumindest noch vor, für das Völkerrecht einzutreten, auch wenn sie es in der Realität oft genug brechen. Aber wenn der Druck gross genug wird, sind sie gezwungen, zu reagieren. Die Lage für die Menschen vor Ort ist existenziell – gerade deshalb ist der Widerstand so hoch.“ [11]

Proteste in Iran
Gleichzeitig gehen auch die regierungsfeindlichen Proteste in Iran unvermindert weiter. Zentren des Protests sind unter anderem Rojhilat und Belutschistan. Die von der Menschenrechtsorganisation HRANA bestätigte Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 4’902 gestiegen und 9’387 weitere Fälle werden noch geprüft [5]. Im Lower Class Magazine analysiert der iranische Autor und Aktivist Sia Sareer die aktuellen Proteste aus einer klassenkämpferischen Perspektive. Er schreibt, dass die Proteste nur verstanden werden können, wenn man die Dimension der Klasse berücksichtigt [6].

Weitere Hintergrundinformationen zur aktuellen Lage in Rojava
Weitere Hintergrundinformationen zu den aktuellen Entwicklungen in Rojava findet ihr auf Civaka Azad [7] und ANF [8]. Ausserdem hat das Lower Class Magazine die Ereignisse bis zum 19. Januar zusammengefasst [9] und in einem sehr sehenswerten Interview bei 99 zu Eins wird die aktuelle Situation in Rojava übersichtlich erklärt [10].

Links
[1] https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/karawane-aus-europa-nach-kobane-startet-49878
[2] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/unser-leitspruch-lautet-berxwedan-jiyan-e-49857 
[3] https://www.akweb.de/politik/fuer-rojava-geht-es-um-alles-syrien-angriff-der-islamistischen-uebergangsregierung-auf-die-selbstverwaltung/
[4] https://lowerclassmag.com/2026/01/22/nur-widerstand-wird-rojava-am-leben-halten/ 
[5] https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/weiterhin-todliche-regimegewalt-in-iran-rojhilat-und-belutschistan-49886
[6] https://lowerclassmag.com/2026/01/17/iran-ein-klassenkampf-der-nicht-ignoriert-werden-darf/
[7] https://civaka-azad.org/category/c9-analysen/c32-rojava-und-syrien/ 
[8] https://deutsch.anf-news.com
[9] https://lowerclassmag.com/2026/01/19/rojavas-krieg-um-die-existenz/ 
[10] https://www.youtube.com/live/wwxaKP-VOjE?si=VwOqDlOam13aNthM
[11] https://www.freitag.de/autoren/sebastian-baehr/rojava-in-gefahr-ein-einmarsch-wuerde-ethnische-saeuberungen-bedeuten/b0fb6bff-c49c-4d6f-a779-f9b86d4c0286

Veranstaltungen und Demos:

Demonstrationen für Rojava am Freitag, 23.01.2026
Winterthur: 18:30 Uhr, Neumarkt (vor dem Kiwi Kino)
Luzern: 17:00 Uhr, Schwanenplatz
weitere Städte: siehe Telegram und Instagram

Begrüssung Karawane
Freitag, 23.01.2026, ca. 21:00 Uhr, Streikhaus Zürich
Am Freitagabend begrüssen wir die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit in Zürich. Sie wird ca. gegen 21 Uhr am Streikhaus erwartet. Bereiten wir unseren Genoss:innen ein herzliches Willkommen. Weitere Infos folgen auf Telegram und Instagram.

ALLE an die Grossdemo für Rojava am Samstag in Zürich
Samstag, 24.01.2026, 14:00 Uhr, NiUnaMenos-/Helvetia-Platz, Zürich
Am Samstag mobilisieren wir alle Kräfte nach Zürich für ein gemeinsame widerständige Demonstration gegen die Angriffe auf Rojava. Kommt ALLE und bringt all eure Freund:innen und Genoss:innen mit!

Soli-Filmabend über Rojava
Sonntag, 25.01.2026, 20:15 Uhr, im Ziegel/ Rote Fabrik, Zürich
Es werden die Filme „De Töfflibueb vo Qamischlo“ und „Berxwedan Jiyane – Der Tishreen Widerstand“ gezeigt. Begleitet werden die Filme von einem kurzen Input zur aktuellen Lage.

Weitere Demos und Aktionen werden täglich auf Telegram und Instagram geteilt.

Wir sehen uns auf der Strasse! Her bijî Rojava!
Rojava Komitee Zürich

rojavaagenda.ch
Telegram-Kanal: t.me/rojavaagenda
Instagram: @rojavakomiteezuerich 
Newsletter-Abo: leeres Email an rojavaagenda-subscribe@lists.riseup.net

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Buchlesung „Werde, der du bist“

Freitag, 05. Dezember, 19:00, im Infoladen Kasama, Zürich

Michael Panser, auch bekannt als Xelîl und Bager, lebte für die Ideale von Freiheit und Internationalismus. Geleitet von der Frage „Wie leben?” bereiste er als Student von Berlin aus Europa und Lateinamerika. Seine erste Reise nach Kurdistan prägte ihn zutiefst. Dort beteiligte er sich an der Freiheitsbewegung und setzte sich intensiv mit deren Ideen auseinander, was ihn gleichzeitig bei seiner Suche nach radikalen Alternativen in Deutschland antrieb.

In Tagebüchern, Briefen, Gedichten und Analysen hielt er Gedanken und Kämpfe fest. Nach seiner Ermordung im Dezember 2018 durch einen türkischen Luftangriff wurden diese Texte von Freundinnen gesammelt und 2024 unter dem Titel »Werde, der du bist« im Unrast-Verlag veröffentlicht. Das Buch zeigt seine Suche nach einem freieren Leben und ist eine Aufforderung, im Hier und Jetzt für eine bessere Welt einzutreten. ⁩

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