Über uns

Das Rojava-Komitee wurde im Herbst 2014 gegründet, als die Stadt Kobanê vom sog. Islamischen Staat (IS) angegriffen wurde. Die Solidaritätsarbeit zu Rojava hat inzwischen viele Phasen durchlaufen und ist dabei Ausgangspunkt für viel Inspiration in der hiesigen linken Bewegung.

Die Angriffe des IS gegen Kobanê 2014 galten dem selbstverwalteten Projekt Rojava, das es zu verteidigen gilt. In Rojava kämpfen Frauen gleichberechtigt mit für den Aufbau einer neuen geschlechterbefreiten, ökologischen Gesellschaft ohne Herrschaftsstrukturen. Ihre starke Präsenz ist das Resultat einer über 20ig-jährigen Aufbauarbeit von autonomen Frauenstrukturen innerhalb der Befreiungsbewegung.

Es entstand eine weltweite Solidarität, die in einem internationalen Aktionstag am 1. November 2014 gipfelte – und an dem es auch in Zürich eine grosse Demonstration gab. Letztlich sahen sich die imperialistischen Kräfte um die USA gezwungen, den mutigen Kampf der Selbstverteidigungseinheiten YPG und der Frauenselbstverteidigungseinheiten YPJ durch Luftangriffe zu unterstützen. Ende Januar 2015 die gute Nachricht: Kobanê wurde befreit!

Es folgten weitere Schläge gegen den IS, nach der Stadt Minbic Mitte August 2016 wurde Raqqa, die inoffizielle Hauptstadt vom IS, am 20. Oktober 2017 befreit. Seither werden diese zwei Städte, in denen verschiedene Minderheiten und eine mehrheitlich arabische Bevölkerung leben, wieder aufgebaut und die Grundprinzipien des demokratischen Konföderalismus in die Praxis umgesetzt.

Im Januar 2018 griff der türkische Staat die Enklave Afrin, die bis dann vom Krieg weitgehend verschont blieb und Zufluchtsort für viele Menschen aus Syrien wurde. Am 18. März, nach 58 Tagen erbitterten Widerstand, evakuierten die YPG/YPJ die Bevölkerung der Stadt Afrin. Seither muss die Bevölkerung in Flüchtlingscamps in Shehba leben und die Türkei hält den kurdischen Kanton besetzt.

Wenn auch unser Augenmerk auf die Region Rojava liegt, beobachten wir auch die Entwicklungen in den anderen Teilen Kurdistans – so zum Beispiel als verschiedene Städte die Selbstverwaltung ausriefen, weil Erdogan 2015 die Wahlen nicht anerkannte. Es folgten wochenlange Kämpfe, bei denen die türkische Armee ganze Stadtteile dem Erdboden gleich machte – die Ausgangssperren dauern zum Teil noch heute an.

Aus einem internationalistischen Verständnis versucht das Rojava-Komitee die Mobilisierungen in Zürich der kurdischen Bewegung zu unterstützen, insbesondere die vielen Demos in Solidarität mit Kobanê und mit Afrîn. Ein weiteres Anliegen ist die Verbreitung von Hintergrundinfos zum revolutionären Projekt in Rojava, zum Beispiel durch Veranstaltungen zu verschiedenen Themen wie den demokratischen Konföderalismus, die Rolle der Frauen in der Revolution, den Alltag in einer emanzipatorischen Gesellschaft, die Bedeutung der Befreiung von Raqqa, die Repression in der Türkei usw. Ausserdem organisieren wir Filmabende sowie Lesungen zum Thema.

Im Rojava-Komitee sind verschiedene Gruppen und Einzelpersonen aus dem anarchistischen, autonomen, feministischen und kommunistischen Spektrum organisiert, zusammen mit der kurdischen Bewegung in Zürich. Wir stehen ausserdem in Kontakt mit den verschiedenen Komites in der Schweiz

Auch in Zukunft wollen wir weiterhin diese Kontinuität erhalten. Wer mehr Infos erhalten oder mitmachen möchte, kann sich gerne per Mail melden: rojka (at) riseup.net

Ausserdem verschicken wir ein Newsletter (ca. 1-2 Mal im Monat). Hier anmelden

Rojava-Komitee Zürich, Dezember 2018

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Termine + Mobilisierungen / Fotos etc. von Aktionen / Vorschläge für Artikel etc. zum verlinken:

rojka (at) riseup.net

Das Ziel dieses Blogs ist, schweizweit eine Übersicht über Mobilisierungen und Termine im Zusammenhang mit der Revolution in Rojava, dem Widerstand für Afrin und Kurdistan zu geben. Wir stellen ausserdem Fotos, Communiqués, Videos oder Audios von Demonstrationen und Aktionen in der Schweiz hoch, oder verlinken darauf, wenn sie anderswo veröffentlicht sind. International verlinken wir auf Artikel, die uns wichtig und spannend erscheinen. Die Hintergrundinfos sollen einen einfachen Einstieg bieten, für Menschen, die noch nicht viel über das Thema wissen. Die Links bieten die Möglichkeit, sich selber weiter und vertiefter zu informieren.