Newsletter Nr. 57: Angriffe trotz Waffenruhe, Grossdemo 31.01. in Bern

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Die Angriffe auf Rojava gehen trotz vereinbarter Waffenruhe weiter und eine grössere Angriffswelle wird noch erwartet. Dagegen gehen wir gemeinsam in Bern auf die Strasse, um zu zeigen, dass Rojava nicht allein ist! Der Besammlungsort ist neu die Schützenmatte auf der wir uns morgen, Samstag den 31. Januar, um 14:00 Uhr treffen.

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An der Demo gibt es wieder einen internationalistischen Block – Treffpunkt ist beim Hochtranspi. Hier den Aufruf dazu:

Seit über zehn Tagen verschärft sich die Lage in Rojava. Trotz eines Waffenstillstands haben Jolani und seine dschihadistischen Milizen die Kontrolle über weite Gebiete an sich gerissen. Sie haben IS-Gefangene ohne Gerichtsprozess befreit und ihre Flagge erneut in der Stadt Raqqa gehisst, die 2017 von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) vom Kalifat befreit worden war. Der IS gewinnt durch diese Angriffe der HTS auf Rojava wieder an Stärke und soll darüber hinaus Kurd:innen und Araber:innen spalten.
Das revolutionäre Projekt Rojava und die Selbstbestimmung der Völker der Region sind in Gefahr!
Diese Angriffe werden mit der Zustimmung der westlichen Mächte durchgeführt, denn während Jolani ein Massaker verübte, wurde er ans WEF in Davos eingeladen, Van der Leyen reiste nach Damaskus, um ihm mehr als 600.000.000 Euro zu versprechen, und Schweizer Diplomat:innen reisten nach Syrien, um Wirtschaftsverträge auszuhandeln.
Aber in Rojava ist man weit davon entfernt zu kapitulieren! Es wurde die allgemeine Mobilmachung ausgerufen, und die Bevölkerung organisiert ihre Selbstverteidigung. Die Menschen und mit ihnen YPG & YPJ sind fest entschlossen, die Errungenschaften der Revolution zu verteidigen. Die Menschen in Kobane leisten Widerstand an vordester Front, schliessen wir uns dem an!
Als revolutionäre Internationalist:innen stehen wir Schulter an Schulter mit unseren kurdischen Genoss:innen, um Rojava und die Perspektive auf ein Leben jenseits von Patriarchat und Kapitalismus zu verteidigen!
Es lebe die Revolution! Bijî Berxwedana Rojava!
Kommt in den Internationalistischen Block beim Hochtranspi!

Die Demo ist Teil der globalen Rojava-Aktionswoche, die am Montag gestartet war und am Sonntag, den 1. Februar zu Ende geht [1].

Update Karawane nach Rojava

Ein Teil der Karawane wurde am Mittwoch in der Türkei verhaftet [2]. Die 16 Aktivist*innen befanden sich auf dem Weg nach Mêrdîn an die syrische Grenze. Unter ihnen befanden sich unter anderem Mitglieder der Partei die Linke. Diese forderten in eine Presseerklärung die sofortige Freilassung [5]. ANF hatte zunächst berichtet, dass die Aktivist*innen bereits gestern Abend nach Deutschland abgeschoben wurden [6]. Dann berichteten jedoch zwei Journalistinnen von Jugendinfo, die ebenfalls Teil der Gruppe sind, auf Instagram (@_jugendinfo), dass sie gerade erneut im Flugzeug verhaftet werden. Das Flugzeug befand sich zu dem Zeitpunkt noch auf dem Flughafen in Istanbul. Sie mussten dann die Nacht in Ausschaffungshaft verbringen – doch inzwischen erreichte uns die Nachricht, dass sie in Deutschland angekommen sind.

Der Teil der Karawane, der letzte Woche in Zürich vorbeikam, wurde an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei stundenlang aufgehalten und befindet sich zur Zeit in Thessaloniki. Doch die Menschen geben nicht auf – und ein weiterer Teil der Karawane ist heute Mittag in Suruc, direkt gegenüber Kobanê angekommen!
Mehr zur Karawane zum lesen gibt es zum Beispiel hier [3] [4]. Und regelmässige Updates gibt es auf Instagram (@peoplescaravan) und im Liveticker auf ihrer Webseite [13]

Interviews zur aktuellen Lage

In einem Interview anfangs Woche unterstrich Mazlum Abdi unter anderem, dass die Solidaritätsaktionen überall auf der Welt wichtig sind: «Die Reaktionen, der Widerstand und die Solidarität aus Kurdistan, aus Europa und aus anderen Teilen der Welt haben dem Prozess moralische Stärke verliehen». Ausserdem erklärt er, warum Rojava eine rote Linie sei [7].

Die kurdische Soziologin Rosa Burç erklärt in einem Interview warum «eigene Sicherheits- und Verwaltungsstrukturen kein ideologischer Luxus, sondern eine Überlebensnotwendigkeit» sind [8]

Update Proteste in Iran

Das Ausmass der staatlichen Gewalt gegen die Massenproteste in Rojhilat und ganz Iran ist wohl noch viel grösser als zunächst angenommen. Die Menschenrechtsorganisation HRANA spricht mittlerweile von 6’126 bestätigten Toten im Zuge der aktuellen Proteste. Eine andere Menschenrechtsorganisation spricht von 3’428 bestätigten toten Demonstrierenden, aber alle sind sich einig, dass die tatsächliche Zahl um die 30’000 liegen dürfte [9].
In einem literarischen Text, der im Lower Class Magazine veröffentlich wurde, setzt sich der Exiliraner Bahram Ghadimi mit seiner zerrissenen Identität auseinander [10].

Weitere Hintergrundinformationen zur aktuellen Lage in Rojava

Weitere Hintergrundinformationen zu den aktuellen Entwicklungen in Rojava findet ihr auf Civaka Azad [11] und ANF [12]. Ausserdem könnt ihr im Newsletter 56 die Ereignisse bis zum 22. Januar nachlesen.

Links

[1] https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/rojava-aktionswoche-vor-dem-abschluss-aufruf-zur-mobilisierung-am-31-januar-und-1-februar-50044

[2] https://peoplescaravan.tem.li/language/de/elementor-3120/

[3] https://www.akweb.de/bewegung/rojava-solidaritaet-karawane-wir-muessen-unsere-augen-wieder-auf-kobane-richten/

[4] https://www.jungewelt.de/artikel/516558.wie-bringen-sie-den-mut-auf-nach-rojava-zu-reisen.html

[5] https://www.die-linke.de/start/presse/detail/news/tuerkei-muss-deutsche-aktivistinnen-und-journalistinnen-sofort-freilassen/

[6] https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/teil-der-karawane-aus-der-turkei-abgeschoben-50060

[7] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/mazlum-abdi-rojava-ist-unsere-rote-linie-hier-wird-niemand-siegen-49965

[8] https://www.woz.ch/2605/kurdische-autonomie/rojava-ist-nicht-gescheitert/!SCZRFS8BJ2BR

[9] https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/-50004

[10] https://lowerclassmag.com/2026/01/29/der-weg-der-weitergeht/

Weitere Nachrichten

[11] https://civaka-azad.org/category/c9-analysen/c32-rojava-und-syrien/ 

[12] https://deutsch.anf-news.com

[13] https://peoplescaravan.tem.li/language/de/live-ticker-2/

Veranstaltungen und Demos:

Demonstrationen für Rojava am Freitag, 30.01.2026
Baden: 18:00 Uhr, Bahnhofsplatz
St. Gallen: 19:00 Uhr, Kornhausplatz

ALLE an die Grossdemo für Rojava am Samstag in Bern
Samstag, 31.01.2026, 14:00 Uhr, Schützenmatte, Bern
Achtung: der Besammlungsort Schützenmatte ist neu.
Diesen Samstag mobilisieren wir alle Kräfte nach Bern für ein gemeinsame widerständige Demonstration gegen die Angriffe auf Rojava. Kommt ALLE und bringt all eure Freund:innen mit!

Weitere Demos und Aktionen werden täglich auf Telegram und Instagram geteilt.

Wir sehen uns auf der Strasse! Her bijî Rojava!
Rojava Komitee Zürich

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️INTERNATIONALISTISCH KÄMPFEN – ROJAVA VERTEIDIGEN

📆 SAMSTAG 24.1.26
🕐 14:00 NI-UNA-MENOS-PLATZ / HELVETIAPLATZ
📍INTERNATIONALISTISCHER BLOCK an der nationalen Defend Rojava Demo
(beim Hochtranspi mit der Parole: internationalistisch kämpfen – Rojava verteidigen!)

Freund:innen, Genoss:innen,
Die Zeit zum Handeln ist jetzt! Rojava wird angegriffen wie nie zuvor. Kobanê ist umzingelt, die Verbindung zur Selbstverwaltung gekappt und die Türkei zieht Truppen an der Grenze zusammen. Von Waffenstillstand kann keine Rede sein, unablässlich werden die Angriffe an allen Fronten fortgeführt.
Und die Schweiz hat, während ein weiteres Massaker droht, nichts besseres zu tun, als die syrische Übergangsregierung in Damaskus zu treffen, mit dem Ziel, die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen.

Freund:innen, Genoss:innen,
Die Lage ist ernst. Nichts desto trotz, ist unser Vertrauen in die Kräfte vor Ort, ungebrochen. Die Jugend in der Türkei stürmt die Grenze, um den Menschen zu Hilfe zu kommen, in Rojava selbst wurde die Generalmobilisierung ausgerufen und in Europa gehen täglich tausende auf die Strasse.

Leisten auch wir unseren Beitrag. Denunzieren wir die Komplizenschaft des Westens, lassen wir Rojava an jeder Wand, auf jedem Plakat, zu jeder Zeit, in allen Städten erscheinen. Zeigen wir, dass wir an der Seite von Rojava stehen, zeigen wir, dass wir für Rojava kämpfen!

ALLE IN DEN INTERNATIONALISTISCHEN BLOCK!
ALLE AUF DIE STRASSE FÜR ROJAVA!

RISEUP4ROJAVA

8. März Unite, Aufstände der Allemende, AMAk, feministisches antirassistisches und antikapitalistisches Mütter-/ FLINTAQ-Kollektiv, Baselantifa, Berns Revolutionäre Jugend, Bern4Palestine, Bewegung für den Sozialismus, Bewegungsfreiheit für Alle, Comité Rojava des Montagnes du Jura, Dia Kollektiv, Fédération Libertaire des Montagnes, Feministisches Streik Kollektiv Zürich, FrauenLesbenKasama, Jungsozialist:innen Winterthur, Klimastreik Zürich, Lotta – organisiert kämpfen, NiUnaMenos, Offenes Antifaschistische Treffen Schweiz, Offensiv Gegen Feminizide, Organisierte Autonomie Zürich, Organisiert Handeln Bern, Partei der Arbeit Zürich, Junge Autonome Basel, Radio LoRa, Revolutionäre Jugend Zürich, Revolutionärer Aufbau Schweiz, Revolutionär Kämpfen, Revolutionäres Jugendbündnis Winterthur, Revolutionäres Streikkollektiv Zürich, Rojava Komitee Basel, Rojava Komitee Zürich, Stadtgruppe Zürich, Strike WEF, Vorwärts, Widerstandsvernetzung Schweiz, Young Struggle, Zämme Stah International, Zentralamerika-Sekretariat

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Newsletter Nr. 56: Rojava verteidigen, Grossdemo 24.01. in Zürich 

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Die kurdischen Städte Kobanê, Haseke und Qamislo in Nord- und Ostsyrien sind unter heftigen Angriff. Die islamistische Regierung lässt IS-Gefangenen frei. Jetzt müssen wir Rojava gemeinsam verteidigen. Kommt alle an die schweizweite Demo diesen Samstag, 24. Januar 2026 um 14 Uhr auf den NiUnaMenos-/Helvetia-Platz in Zürich!

Die Situation in Rojava spitzt sich immer mehr zu – die Menschen vor Ort leisten Widerstand, um das revolutionäre Projekt, ihre Hoffnung, ihre Würde und ihre Existenz zu verteidigen. Und weltweit wächst die internationale Solidarität, auch in der Schweiz finden täglich Demonstrationen und Aktionen in mehreren Städten gleichzeitig statt. Wir rufen euch alle dazu auf, euch daran zu beteiligen und selbst die Initiative zu ergreifen – stehen wir Schulter an Schulter mit Rojava und unseren kurdischen Genoss:innen. 

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Karawane nach Rojava morgen Abend in Zürich
Den Aufruf der kurdischen Bewegung und der Internationalist:innen in Rojava folgend hat sich eine Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit gebildet. Ihr Ziel: Grenzen überwinden und Rojava verteidigen. Die Karawane startet morgen Freitag in verschiedenen Städten in Europa und macht sich auf den Weg nach Kobanê [1]. Sie wird am Abend in Zürich einen Zwischenhalt machen. Wir empfangen sie beim Streikhaus (Uhrzeit noch unklar) – kommt alle vorbei! Für mehr Infos siehe Instagram @peoplescaravan.

Verteidigung gegen den Grossangriff auf Rojava
Während Kobanê erneut unter Beschuss steht, halten Kämpfer:innen der YPJ und YPG die Stellung. In vorderster Front verteidigen sie die Bevölkerung gegen islamistische Milizen. Ihre Losung: “Berxwedan Jiyan e – Widerstand ist Leben“.  Im ANF-Artikel berichten sie über ihre Entschlossenheit und machen den Link zu 2014 [2]. 

Die Freiheitskämpfer:innen von Kobanê

Die aktuelle Verteidigung Rojavas ist ein Kampf ums Überleben. Das schreibt auch Michael Knapp in analyse & kritik. Er weist nochmal auf den Start der aktuellen Eskalation hin. In den trilateralen Gesprächen zwischen HTS-Regierung, USA und Israel am 6. Januar in Paris, hatte al-Sharaa offenbar grünes Licht für die Angriffe auf Rojava erhalten. Denn am folgenden Tag begannen die Angriffe auf die kurdischen Stadtteile in Aleppo [3].
Im Lower Class Magazine betont Osman Oğuz dass der Grossangriff auf Rojava durch die HTS nicht ein Schritt zur Vereinigung Syriens ist, sondern im Gegenteil die Spaltung zwischen Kurd:innen und Araber:innen vorantreibt. Weiter fordert er kein Mitleid mit den Kurd:innen zu haben, sondern aktiv Widerstand zu leisten: „Jede:r sollte sich an der Mobilisierung der Befreiungsbewegung beteiligen, indem er oder sie am eigenen Ort dafür sorgt, dass der gewohnte Normalbetrieb nicht einfach weiterläuft“ [4]. 
Kerem Schamberger erklärt in einem Interview: „Wir erleben derzeit eine breite Mobilisierung von Kurd*innen in allen vier Teilen Kurdistans. Das macht Hoffnung. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Demonstrationen in Deutschland und in ganz Europa. Genau darum geht es jetzt: über die Lage vor Ort aufzuklären und den öffentlichen Druck zu erhöhen. Einige westliche Staaten geben zumindest noch vor, für das Völkerrecht einzutreten, auch wenn sie es in der Realität oft genug brechen. Aber wenn der Druck gross genug wird, sind sie gezwungen, zu reagieren. Die Lage für die Menschen vor Ort ist existenziell – gerade deshalb ist der Widerstand so hoch.“ [11]

Proteste in Iran
Gleichzeitig gehen auch die regierungsfeindlichen Proteste in Iran unvermindert weiter. Zentren des Protests sind unter anderem Rojhilat und Belutschistan. Die von der Menschenrechtsorganisation HRANA bestätigte Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 4’902 gestiegen und 9’387 weitere Fälle werden noch geprüft [5]. Im Lower Class Magazine analysiert der iranische Autor und Aktivist Sia Sareer die aktuellen Proteste aus einer klassenkämpferischen Perspektive. Er schreibt, dass die Proteste nur verstanden werden können, wenn man die Dimension der Klasse berücksichtigt [6].

Weitere Hintergrundinformationen zur aktuellen Lage in Rojava
Weitere Hintergrundinformationen zu den aktuellen Entwicklungen in Rojava findet ihr auf Civaka Azad [7] und ANF [8]. Ausserdem hat das Lower Class Magazine die Ereignisse bis zum 19. Januar zusammengefasst [9] und in einem sehr sehenswerten Interview bei 99 zu Eins wird die aktuelle Situation in Rojava übersichtlich erklärt [10].

Links
[1] https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/karawane-aus-europa-nach-kobane-startet-49878
[2] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/unser-leitspruch-lautet-berxwedan-jiyan-e-49857 
[3] https://www.akweb.de/politik/fuer-rojava-geht-es-um-alles-syrien-angriff-der-islamistischen-uebergangsregierung-auf-die-selbstverwaltung/
[4] https://lowerclassmag.com/2026/01/22/nur-widerstand-wird-rojava-am-leben-halten/ 
[5] https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/weiterhin-todliche-regimegewalt-in-iran-rojhilat-und-belutschistan-49886
[6] https://lowerclassmag.com/2026/01/17/iran-ein-klassenkampf-der-nicht-ignoriert-werden-darf/
[7] https://civaka-azad.org/category/c9-analysen/c32-rojava-und-syrien/ 
[8] https://deutsch.anf-news.com
[9] https://lowerclassmag.com/2026/01/19/rojavas-krieg-um-die-existenz/ 
[10] https://www.youtube.com/live/wwxaKP-VOjE?si=VwOqDlOam13aNthM
[11] https://www.freitag.de/autoren/sebastian-baehr/rojava-in-gefahr-ein-einmarsch-wuerde-ethnische-saeuberungen-bedeuten/b0fb6bff-c49c-4d6f-a779-f9b86d4c0286

Veranstaltungen und Demos:

Demonstrationen für Rojava am Freitag, 23.01.2026
Winterthur: 18:30 Uhr, Neumarkt (vor dem Kiwi Kino)
Luzern: 17:00 Uhr, Schwanenplatz
weitere Städte: siehe Telegram und Instagram

Begrüssung Karawane
Freitag, 23.01.2026, ca. 21:00 Uhr, Streikhaus Zürich
Am Freitagabend begrüssen wir die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit in Zürich. Sie wird ca. gegen 21 Uhr am Streikhaus erwartet. Bereiten wir unseren Genoss:innen ein herzliches Willkommen. Weitere Infos folgen auf Telegram und Instagram.

ALLE an die Grossdemo für Rojava am Samstag in Zürich
Samstag, 24.01.2026, 14:00 Uhr, NiUnaMenos-/Helvetia-Platz, Zürich
Am Samstag mobilisieren wir alle Kräfte nach Zürich für ein gemeinsame widerständige Demonstration gegen die Angriffe auf Rojava. Kommt ALLE und bringt all eure Freund:innen und Genoss:innen mit!

Soli-Filmabend über Rojava
Sonntag, 25.01.2026, 20:15 Uhr, im Ziegel/ Rote Fabrik, Zürich
Es werden die Filme „De Töfflibueb vo Qamischlo“ und „Berxwedan Jiyane – Der Tishreen Widerstand“ gezeigt. Begleitet werden die Filme von einem kurzen Input zur aktuellen Lage.

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Buchlesung „Werde, der du bist“

Freitag, 05. Dezember, 19:00, im Infoladen Kasama, Zürich

Michael Panser, auch bekannt als Xelîl und Bager, lebte für die Ideale von Freiheit und Internationalismus. Geleitet von der Frage „Wie leben?” bereiste er als Student von Berlin aus Europa und Lateinamerika. Seine erste Reise nach Kurdistan prägte ihn zutiefst. Dort beteiligte er sich an der Freiheitsbewegung und setzte sich intensiv mit deren Ideen auseinander, was ihn gleichzeitig bei seiner Suche nach radikalen Alternativen in Deutschland antrieb.

In Tagebüchern, Briefen, Gedichten und Analysen hielt er Gedanken und Kämpfe fest. Nach seiner Ermordung im Dezember 2018 durch einen türkischen Luftangriff wurden diese Texte von Freundinnen gesammelt und 2024 unter dem Titel »Werde, der du bist« im Unrast-Verlag veröffentlicht. Das Buch zeigt seine Suche nach einem freieren Leben und ist eine Aufforderung, im Hier und Jetzt für eine bessere Welt einzutreten. ⁩

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Newsletter Nr. 55: Welt-Kobanê-Tag, Abzug der Guerilla aus der Türkei und Interviews zur aktuellen Lage

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Am 1. November jährt sich der Welt-Kobanê-Tag zum 11. Mal. Vor 11 Jahren gingen wir zu tausenden auf die Straße, um auf die Belagerung der Stadt Kobanê durch die Mörderbanden des IS aufmerksam zu machen und den Menschen in Rojava zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Heute haben sich die Machtverhältnisse in Syrien komplett verschoben und die Selbstverwaltung steht vor einer neuen Herausforderung.

Letztes Jahr gingen wir gemeinsam zum 10. Welt-Kobanê-Tag in Zürich auf die Strasse.

Das Ringen um die Zukunft Syriens hat sich seit dem Sturz von Assad im Dezember 2024 intensiviert. Regionale und internationale Grossmächte – wie die USA, Israel oder die Türkei – versuchen, das Land und die Region nach ihren Interessen zu gestalten. Hayat Tahrir al-Sham (HTS), ein Bündnis islamistischer Kräfte, soll das neue Syrien prägen. Deren Milizen zeigen derweil mit blutigen Angriffen auf die alevitische und drusische Bevölkerung ihr eigentliches Gesicht. 
 
In dieser Lage behauptet sich Rojava. Einerseits geht es um den Schutz der Bevölkerung, der Region und des Projekts überhaupt, andererseits skizziert Rojava eine Perspektive jenseits ausländischer Einmischung oder islamistischer Beherrschung. Eine befreite Perspektive mit gesellschaftlicher Teilnahme aller Geschlechter und Völker, mit einem demokratischen und ökologischen Bewusstsein.
 
Im Kontext des Welt-Kobanê-Tags möchten wir euch zu unserer Veranstaltung am 31. Oktober um 19 Uhr in den Infoladen Kasama einladen. Wir werden gemeinsam auf den historischen Widerstand von Kobanê zurückblicken und in einem Video-Call mit Ruksen Mohamed, der Sprecherin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ), über die aktuelle Lage sprechen.
Achtung: die Veranstaltung war ursprünglich im Volkshaus geplant und wurde jetzt ins Kasama verlegt. Dies Entscheidung haben wir in folgender Stellungnahme begründet.

Abzug der Guerilla aus der Türkei

Text
Pressekonferenz zur Bekanntgabe des Rückzugs der Guerilla aus der Türkei. Quelle:ANF

Am Sonntag gaben KCK, YJA Star und HPG den Abzug der Guerilla aus der Türkei bekannt. Diese werde sich nach Südkurdistan in die Medya-Verteidigungsgebiete zurückziehen. Der Abzug solle eine neue Phase in dem „Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft“ eröffnen. In Ihrem abschließenden Appell richteten sie sich an die gesamte Bevölkerung: „Dies ist keine Phase, in der man auf Entscheidungen anderer wartet, sondern eine Phase, in der ein freies und demokratisches Leben durch organisierte gesellschaftliche Anstrengung errungen werden muss.“[1]
 
Interviews zur aktuellen Lage

Damit ihr einen tieferen Einblick in die aktuelle Lage bekommt, haben wir noch vier Interview Empfehlungen für euch:

In seinem Interview mit The Amargi spricht Zagros Hiwa, Sprecher von KCK, über den Friedensprozess in der Türkei und die beschlossene Entwaffnung der PKK. Er reflektiert über den Abzug der PKK aus der Türkei und über eine mögliche Zukunft der politischen Beteiligung der Kurd*innen.[2]
 
In Ihrem Interview macht die YPG-Kommandantin, Rohilat Efrîn, klar, dass die Frauenverteidigungseinheit ihr Autonomie in Syrien behalten werden. Sie zog unmissverständliche rote Linien: „Alle Werte, die in den letzten zwölf Jahren entstanden sind, sind das Ergebnis eines langen Kampfes. Niemand hat uns Frauen diese Rechte geschenkt – und deshalb hat auch niemand das Recht, sie uns wieder zu nehmen. Es gibt keine Macht, die die Rechte der Frauen leichtfertig einschränken kann. In dieser Hinsicht sind wir zuversichtlich und haben volles Vertrauen in unsere eigene Stärke.“ [3]
 
In einer Sondersendung des Fernsehsenders Medya Haber TV hat Duran Kalkan, Mitbegründer der PKK, den bisherigen Prozess zur Auflösung der PKK reflektiert. Er unterstrich deutlich, dass die physische Freiheit Abdullah Öcalans eine notwendige Bedingung für die Auflösung der PKK sei. [4]
 
In seinem Interview mit der jungen Welt analysiert Ertuğrul Kürkçü, Mitbergünder der der Guerilla »Türkische Volksbefreiungspartei-Front« und politischer Aktivist, den Prozess um die Auflösung der PKK. Er betont das sich die Kurd*innen in der Türkei nicht mit einer oberflächlichen Lösung des Problems zufrieden geben werden: „Mindestens sieben bis acht Millionen Wähler, mit ihren Familien eine Gemeinschaft von fast 30 Millionen Menschen, wissen heute: Es gibt keinerlei Verpflichtung, einer Regelung zuzustimmen, die ihnen nicht tatsächlich die Freiheit garantiert.“ [5]

[1]https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/kurdische-bewegung-kundigt-ruckzug-ihrer-krafte-aus-der-turkei-an-48544
[2]https://www.youtube.com/watch?v=XdNbV-QKqqc
[3] https://deutsch.anf-news.com/frauen/ypj-kommandantin-zu-gesprachen-mit-damaskus-integration-heisst-nicht-unterwerfung-48453
[4] https://deutsch.anf-news.com/hintergrund/kalkan-regierung-hat-vernichtungspolitik-nicht-aufgegeben-48405
[5] https://www.jungewelt.de/artikel/507794.kurdischer-freiheitskampf-das-ist-ein-aufstand-der-w%C3%BCrde.html

Veranstaltungen und Demos:

Veranstaltung mit Ruksen Mohamed (YPJ)
Freitag, 31.10.2025, 19:00 Uhr, Infoladen Kasama, Zürich
Anlässlich des Welt-Kobanê-Tags am 1. November sprechen wir mit Ruksen Mohamed, der Sprecherin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ), per Video-Call über die aktuelle Lage in Rojava.

Roten Kulturtage – Culture and Revolution?
Samstag, 01.11.2025, 13:00 Uhr, (Ort noch ausstehend), Zürich
Vom 30.11. – 09.11.2025 finden in Zürich die Roten Kultur Tage statt. Am 1. November wird in der Veranstaltung „Culture and Revolution?“ auf zwei starke internationale Bewegungen geschaut, in denen Kultur ein wichtiger Bestandteil des Kampfes ist. Panel Gäste sind Deniz Deman aus der kurdischen Kulturbewegung und Jun Saturay aus der philippinischen Bewegung.
 
Welt-Kobanê-Tag in Basel
Demo: Samstag, 01.11.2025, 14 Uhr, Theaterplatz, Basel
Veranstaltungen: Samstag, 01.11.2025, ab 16 Uhr, Rebgasse 1, Basel
In Basel ruft das Rojava Komitee zum Welt-Kobanê-Tag zur Demo auf. Anschließend gibt es einen Vortrag zur aktuellen Situation und eine Lesung des Buches „Werder der du bist“ mit Tagebucheinträgen, Briefen und Notizen von Michael Panser. Ausserdem gibt es Essen und Musik.
 
Solifest für Rojava in St. Gallen
Samstag, 01.11.2025, 17:30 Uhr, Grabenhalle, St. Gallen
In St. Gallen gibt es anlässlich zum Welt-Kobanê-Tag ein Solifest in der Grabenhalle. Es gibt Essen, Infobeiträge und Musik bis spät in die Nacht.
 
Demo am 8. November in Köln
Samstag, 08.11.2025, 11:00 Uhr, Deutzer Werft, Köln
Unter dem Motto „Freiheit für Öcalan – Eine politische Lösung für die kurdische Frage“ findet am 8. November eine Grossdemonstration in Köln statt. Es werden Menschen aus ganz Europa erwartet. Aus Zürich wird es Busse am Freitagabend geben.

Demo Antifa überall
Samstag, 15.11.2025, 16:00 Uhr, Ni-Una-Menos Platz (ehem. Helvetiaplatz), Zürich
„Bringen wir die Vielfalt unserer antifaschistischen Kämpfe in einem kollektiven Moment der Stärke zusammen“

KRIEG UND FRIEDEN – Die Rolle von FINTAs in Friedensprozessen 
Dienstag, 25.11.2025, Eintritt ab 18:00 Uhr, Start 19:30 Uhr, Grabenhalle, St. Gallen
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an FINTA Personen wollen wir euch auf die spannende Veranstaltung „KRIEG UND FRIEDEN – Die Rolle von FINTAs in Friedensprozessen“ in der Grabenhalle hinweisen. „Wenn von Frieden die Rede ist, dann schütteln sich vermeintlich „grosse Männer“ die Hände. Aber die Rolle von FINTAs bleibt unsichtbar, und das, obwohl sie in Friedensprozessen entscheidend sind.“
 
Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich

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Neu: Veranstaltung mit Ruksen Mohamed (YPJ) zur aktuellen Lage in Rojava und Syrien im Infoladen Kasama

Vergangene Woche hat die Volkshausstiftung die Organisator:innen der Roten Kulturtage mit einem Ultimatum konfrontiert: Entweder sie streichen zwei Veranstaltungen zu Palästina aus ihrem Programm oder die Stiftung streicht ihnen die zugesicherten Räume für alle Veranstaltungen der Kulturtage im Volkshaus Zürich.

Die Roten Kulturtage haben sich nicht erpressen lassen. Sie halten an den beiden Veranstaltungen fest und werden das Festival zur Arbeiter:innenkultur anderorts durchführen – abseits des Hauses, das einst aus der Arbeiter:innenbewegung entstand und dessen Geschichte eng verwoben ist mit den verschiedenen Bewegungen, die Zürich seither hervorgebracht hat.

Zu deren Kern gehörte immer auch eine internationalistische Perspektive, die an der grundsätzlichen Solidarität mit und unter den unterdrückten Völkern weltweit festhält. Diese Perspektive und dieses Erbe tritt die Volkshausstiftung mit Füssen, wenn sie heute palästinensische Stimmen mundtot machen will.

Wir nehmen diesen Angriff auf die Sache des palästinensischen Volks nicht hin. Anlässlich des Welt-Kobanê-Tags am 1. November, der vor elf Jahren ausgerufen wurde, um die internationale Solidarität mit der damals vom “Islamischen Staat” belagerten Stadt Kobanê zu intensivieren, hatten wir eine Veranstaltung mit Ruksen Mohamed (YPJ) im Volkshaus geplant. Aus Protest gegen den Entscheid der Volkshausstiftung und in Solidarität mit den Roten Kulturtagen verlegen wir die Veranstaltung nun neu in den Infoladen Kasama (Militärstrasse 87a, 8004 Zürich).

Wir laden alle Interessierten zum Besuch der Veranstaltung mit Ruksen Mohamed (31. Oktober, 19 Uhr) sowie zu den Veranstaltungen der Roten Kulturtage (https://www.rote-kulturtage.ch/; 30. Oktober bis 9. November) ein.

Rojava Komitee Zürich
Dem-Kurd Zürich
28. Oktober 2025

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Veranstaltung mit Ruksen Mohamed (YPJ) zur aktuellen Lage in Rojava und Syrien (31. Oktober, Zürich)

Das Ringen um die Zukunft Syriens hat sich seit dem Sturz von Assad im Dezember 2024 intensiviert. Regionale und internationale Grossmächte – wie die USA, Israel oder die Türkei – versuchen, das Land und die Region nach ihren Interessen zu gestalten. Hayat Tahrir al-Sham (HTS), ein Bündnis islamistischer Kräfte, soll das neue Syrien prägen. Deren Milizen zeigen derweil mit blutigen Angriffen auf die alevitische und drusische Bevölkerung ihr eigentliches Gesicht.

In dieser Lage behauptet sich Rojava (die autonome Selbstverwaltung von Nord- und Ostysrien). Einerseits geht es um den Schutz der Bevölkerung, der Region und des Projekts überhaupt, andererseits skizziert Rojava eine Perspektive jenseits ausländischer Einmischung oder islamistischer Beherrschung. Eine befreite Perspektive mit gesellschaftlicher Teilnahme aller Geschlechter und Völker, mit einem demokratischen und ökologischen Bewusstsein.

Wir sprechen mit Ruksen Mohamed, der Sprecherin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ), per Video-Call darüber. Anlässlich des Welt-Kobanê-Tags am 1. November, der vor elf Jahren ausgerufen wurde, um die internationale Solidarität mit der damals vom „Islamischen Staat“ belagerten Stadt Kobanê zu befeuern, rücken wir die heutige Lage ins Zentrum. Die Solidarität mit den fortschrittlichen Projekten unserer Zeit ist unabdingbar – erst recht, wenn sich deren Lage verkompliziert.


Freitag, 31. Oktober 2025 – Volkshaus Zürich Infoladen Kasama – 19.00 Uhr

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Newsletter Nr. 54: 1. Mai gegen Krieg und Faschismus und Aktuelle Lage in Kurdistan

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Die Vorfreude auf den diesjährigen 1. Mai ist besonders gross. Mit Spannung erwarten wir die Hauptrednerin, Ilham Ahmed, Ko-Vorsitzende des Exekutivrats der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien. Ausserdem wird es eine spannende Veranstaltung zur aktuellen Lage in der Türkei und Syrien im Rahmen des Politwochenendes geben. Vorher möchten wir in diesem Newsletter eine Einschätzung zur aktuellen Lage und der Entwicklung seit Öcalans Aufruf vom 27. Februar durch Duran Kalkan teilen.

Aktuelle Lage

Eineinhalb Monate nach Öcalans Aufruf für Frieden und eine demokratische Gesellschaft fasst Duran Kalkan, Mitglied des KCK-Exekutivrats, die aktuelle Lage zusammen. Der KCK sehe keine positiven Entwicklungen in Bezug auf die Haftbedingung Abdullah Öcalans, obwohl versprochen worden war, die Situation innerhalb einer Woche zu verbessern. Stattdessen setze sich das Imrali-System, bestehend aus Isolation, Folter und kulturellem Genozid, fort. Auch der einseitige Waffenstillstand vom 1. März der PKK bleibe bis jetzt unbeantwortet. Diese hatte ausserdem zu einem Kongress unter der Leitung Öcalans zur Auflösung der PKK aufgerufen. Doch bis jetzt wurde diese Initiative durch die anhaltende Isolationshaft blockiert.

Kalkan weist darauf hin, dass es trotz der wohlwollenden Worte des türkischen Präsidenten bei dem Treffen mit Vertreter*innen der DEM-Partei eine grosse Lücke zwischen Rhetorik und Realität gäbe, welche an der Ernsthaftigkeit der Regierung zweifeln lasse. Er betonte, dass es keine Option sei, auf das Handeln etablierter Parteien oder staatlicher Akteure zu warten. Stattdessen müssen die demokratischen sozialistischen Kräfte die Initiative ergreifen, denn eine nachhaltig friedliche und gerechte Gesellschaft könne nur aus einer starken, selbstbewussten Zivilgesellschaft hervorgehen. In seinem abschliessenden Appell unterstrich er die Verantwortung der gesellschaftlichen Kräfte: „Der Ruf nach Frieden und Demokratie kann nur von unten beantwortet werden – durch breite gesellschaftliche Mobilisierung und die Entwicklung alternativer Strukturen.“ [1]

1. Mai: Gemeinsam gegen Krieg und Faschismus

Der diesjährige internationale Tag der Arbeit wird in Zürich unter dem Motto „Gemeinsam gegen Krieg und Faschismus“ begangen [2]. Auch hier wird ein besonderer Fokus auf Kurdistan gelegt. Das 1.-Mai-Komitee lud Abdullah Öcalan als Hauptredner ein und würdigte sein „…Engagement für Frieden und Demokratie im Zusammenhang mit den konfliktreichen Entwicklungen im Nahen Osten, in der Türkei und in Kurdistan…“ [3]. Aufgrund der anhaltenden Isolationshaft wird Öcalan leider nicht persönlich nach Zürich kommen können. Die Hauptrednerin, Ilham Ahmed, ist aber ebenfalls eine zentrale Figur im Friedens- und Demokratisierungsprozess in Kurdistan. Ilham war massgeblich am Aufbau der autonomen Selbstverwaltung in Rojava und des Demokratischen Rates Syriens beteiligt, dessen Ko-Vorsitzende sie ist.

Ilham Ahmed

In ihrem Beitrag zur 1.-Mai-Zeitung plädiert Ilham dafür, „überall auf der Welt Frieden und Stabilität durch demokratische Entwicklung zu fördern und alle Menschen mit ihren unterschiedlichen kulturellen und religiösen Zugehörigkeiten gleichberechtigt zu behandeln.“ Nur so könne sichergestellt werden, dass Menschen nicht gezwungen würden, ihre Heimat zu verlassen. Die Abschottungspolitik der westlichen Länder gegen Migration sei hingegen nicht zielführend. Als Gegenentwurf zum zentralisierten Nationalstaat stellt sie das von Öcalan entwickelte Prinzip der demokratischen Nation vor. Ausserdem betont sie die besondere Rolle der Frau in der kurdischen Befreiungsbewegung und die Wichtigkeit der Gleichberechtigung der Geschlechter. Ihren sehr lesenswerten Beitrag findet ihr hier [2].

[1] https://anfdeutsch.com/kurdistan/duran-kalkan-imrali-isolation-bleibt-bisher-bestehen-45961
[2] https://www.1mai.ch/thema
[3] https://anfdeutsch.com/aktuelles/1-mai-komitee-zurich-ladt-abdullah-Ocalan-als-gastredner-ein-45982

Veranstaltungen und Demos zum 1. Mai:

Kurdistan: Die Verteidigung des revolutionären Prozesses in Zeiten des Sturms
Freitag, 25.04.2025, 19:00 Uhr, Volkshaus Zürich
Zum Auftakt des Politwochenende wollen wir mit einem internationalistischen Genossen der kurdischen Bewegung die neusten Entwicklungen in der Türkei und in Syrien einordnen.

Politwochenende
25. – 27.04.2025, Volkshaus ZH, Nord-Süd-Haus Winterthur, Kanzlei ZH
Am diesjährigen Politwochenende gibt es wieder viele spannende Veranstaltungen und auch wir werden mit einem Stand vor Ort sein. Also kommt unbedingt vorbei!

Wir rufen ALLE auf in den revolutionären Block am 1. Mai zu kommen!
Donnerstag, 01.05.2025 10:00 Uhr, Ni Una Menos Platz (ehem. Helvetia Platz), Zürich

Rede von Ilham Ahmed nach 1. Mai Demo auf dem Sechseläutenplatz
Dieses Jahr wollen wir euch besonders ans Herz legen nach der Demo zur 1. Mai Rede auf dem Sechseläutenplatz zu bleiben. Hören wir zu was uns Ilham Ahmed zusagen hat und zeigen wir unsere Solidarität mit dem revolutionären Projekt in Rojava.

Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich

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Newsletter Nr. 53: Rückblick Newroz und Volksküche zur aktuellen Situation am 8. April

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

In diesem Newsletter wollen wir einen Blick auf das erfolgreich begangene Newroz-Fest werfen und seine Bedeutung in der aktuellen Situation verstehen. Gleichzeitig wollen wir auf die aktuellen Entwicklungen in Kurdistan schauen und euch zu unserer Volksküche einladen, bei der wir Öcalans Botschaft vom 27. Februar und ihre Auswirkungen mit euch zusammen anschauen wollen.

Newroz

Vor zwei Wochen, am Samstag, den 22 März, versammelten sich tausende Kurd*innen zusammen mit ihren Unterstützer*innen auf dem Hardturm-Areal in Zürich. Das Fest fand zum ersten Mal draussen statt und war ein voller Erfolg. Wir waren mit einem Stand vor Ort, an dem wir viele spannende Gespräche mit den Besucher*innen führten und die Zuversicht sowie Widerständigkeit der Menschen spürten.
Das diesjährige Motto war „Abdullah Öcalan befreien, Selbstorganisation stärken,“ und die Vorsitzende vom Dachverband der demokratischen kurdischen Gemeinschaften in der Schweiz (CDK-S), Dilan Çetinkaya, erklärte ANF: „Unser heutiges Newroz ist ein politisches. Wir fordern die physische Freiheit von Öcalan und eine demokratische Gesellschaft.“ [1]

Interview mit Besê Hozat zum Aufruf von Öcalan

In ihrem Interview mit dem Fernsehsender Medya Haber TV betont Besê Hozat, die Ko-Vorsitzende des Exekutivrats der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK), ebenfalls die politische Bedeutung des diesjährigen Newroz-Festes. Auch in Kurdistan hätten die Newroz-Feierlichkeiten die Freilassung Öcalans und eine demokratische Gesellschaftsordnung ins Zentrum ihrer Forderungen gestellt.
Der Aufruf von Öcalan vom 27. Februar habe die Perspektive für eine demokratische Republik mit einem pluralistischen Gesellschaftsmodell geöffnet. Öcalans Friedensangebot werde jedoch aktuell vom türkischen Staat weitestgehend ignoriert. Mehr noch: die aktuelle Repression der AKP-MHP-Regierungskoalition gegen jegliche Opposition in der Türkei sei aus der Unterdrückung der Bevölkerung Kurdistans abgeleitet.
Sie betonte erneut die zentrale Rolle, die PKK-Vordenker Öcalan in einem möglichen Friedensprozess einnehmen könne, und dass es ohne Öcalans physische Freiheit einen solchen Prozess nicht geben könne. Mit Blick auf die türkische Rolle im Syrien-Konflikt warf sie der Türkei eine Mitschuld an den Massakern an der alawitischen Bevölkerung vor: Die Türkei unterstütze fundamentalistische Kräfte und sei an einer Destabilisierung der Region interessiert [2].
In einem weiteren lesenswerten Interview stellt Murat Karayılan, Mitglied des Exekutivkomitees der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Bedingungen für die von Öcalan in Aussicht gestellte Entwaffnung der PKK auf [3].

Volksküche zur Aktuellen Situation

Um den Aufruf Öcalans im Kontext der Lage in der Osttürkei, in Rojava und in Istanbul zu verstehen, laden wir euch herzlich zu unserer Volksküche am kommenden Dienstag ein. Zur Einschätzung der aktuellen Lage in Syrien möchten wir bereits jetzt auf die „Erklärung zur Bildung der Übergangsregierung“ der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien hinweisen [4]. Ausserdem möchten wir euch die Einschätzung der Widerstandsvernetzung zur Lage in Kurdistan und im Mittleren Osten als Lektüre empfehlen [5].

[1] https://anfdeutsch.com/kultur/tausende-feiern-newroz-in-zurich-45685
[2] https://anfdeutsch.com/hintergrund/-45719
[3] https://anfdeutsch.com/hintergrund/-45684
[4] https://nordundostsyrien.de/erklaerung-uebergangsregierung/
[5] https://widerstandsvernetzung.org/kurdistans-mittleren-ostens/

Veranstaltungen:

Volksküche & Aktuelle Infos zu Rojava
Dienstag, 08.04.2025 ab 18:30 Uhr, Kasama, Militärstrasse 87A, 8004 Zürich

Veranstaltung zu Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes
Mittwoch, 23.04.2025 um 19:00 Uhr, CaBi Antirassismus-Treff, Linsebühlstrasse 47, St Gallen

Jetzt schon in den Kalender eintragen: Politwochenende 2025
25.04. – 27.04.2025 im Volkshaus und auf dem Kanzlei-Areal, Zürich
Zur Vorbereitung auf den 1. Mai wird es spannende Vorträge, leckeres Essen und viel Motivation geben.

Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich

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