Liebe Freund*innen und Genoss*innen
Die kurdischen Städte Kobanê, Haseke und Qamislo in Nord- und Ostsyrien sind unter heftigen Angriff. Die islamistische Regierung lässt IS-Gefangenen frei. Jetzt müssen wir Rojava gemeinsam verteidigen. Kommt alle an die schweizweite Demo diesen Samstag, 24. Januar 2026 um 14 Uhr auf den NiUnaMenos-/Helvetia-Platz in Zürich!

Die Situation in Rojava spitzt sich immer mehr zu – die Menschen vor Ort leisten Widerstand, um das revolutionäre Projekt, ihre Hoffnung, ihre Würde und ihre Existenz zu verteidigen. Und weltweit wächst die internationale Solidarität, auch in der Schweiz finden täglich Demonstrationen und Aktionen in mehreren Städten gleichzeitig statt. Wir rufen euch alle dazu auf, euch daran zu beteiligen und selbst die Initiative zu ergreifen – stehen wir Schulter an Schulter mit Rojava und unseren kurdischen Genoss:innen.
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Karawane nach Rojava morgen Abend in Zürich
Den Aufruf der kurdischen Bewegung und der Internationalist:innen in Rojava folgend hat sich eine Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit gebildet. Ihr Ziel: Grenzen überwinden und Rojava verteidigen. Die Karawane startet morgen Freitag in verschiedenen Städten in Europa und macht sich auf den Weg nach Kobanê [1]. Sie wird am Abend in Zürich einen Zwischenhalt machen. Wir empfangen sie beim Streikhaus (Uhrzeit noch unklar) – kommt alle vorbei! Für mehr Infos siehe Instagram @peoplescaravan.
Verteidigung gegen den Grossangriff auf Rojava
Während Kobanê erneut unter Beschuss steht, halten Kämpfer:innen der YPJ und YPG die Stellung. In vorderster Front verteidigen sie die Bevölkerung gegen islamistische Milizen. Ihre Losung: “Berxwedan Jiyan e – Widerstand ist Leben“. Im ANF-Artikel berichten sie über ihre Entschlossenheit und machen den Link zu 2014 [2].

Die aktuelle Verteidigung Rojavas ist ein Kampf ums Überleben. Das schreibt auch Michael Knapp in analyse & kritik. Er weist nochmal auf den Start der aktuellen Eskalation hin. In den trilateralen Gesprächen zwischen HTS-Regierung, USA und Israel am 6. Januar in Paris, hatte al-Sharaa offenbar grünes Licht für die Angriffe auf Rojava erhalten. Denn am folgenden Tag begannen die Angriffe auf die kurdischen Stadtteile in Aleppo [3].
Im Lower Class Magazine betont Osman Oğuz dass der Grossangriff auf Rojava durch die HTS nicht ein Schritt zur Vereinigung Syriens ist, sondern im Gegenteil die Spaltung zwischen Kurd:innen und Araber:innen vorantreibt. Weiter fordert er kein Mitleid mit den Kurd:innen zu haben, sondern aktiv Widerstand zu leisten: „Jede:r sollte sich an der Mobilisierung der Befreiungsbewegung beteiligen, indem er oder sie am eigenen Ort dafür sorgt, dass der gewohnte Normalbetrieb nicht einfach weiterläuft“ [4].
Kerem Schamberger erklärt in einem Interview: „Wir erleben derzeit eine breite Mobilisierung von Kurd*innen in allen vier Teilen Kurdistans. Das macht Hoffnung. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Demonstrationen in Deutschland und in ganz Europa. Genau darum geht es jetzt: über die Lage vor Ort aufzuklären und den öffentlichen Druck zu erhöhen. Einige westliche Staaten geben zumindest noch vor, für das Völkerrecht einzutreten, auch wenn sie es in der Realität oft genug brechen. Aber wenn der Druck gross genug wird, sind sie gezwungen, zu reagieren. Die Lage für die Menschen vor Ort ist existenziell – gerade deshalb ist der Widerstand so hoch.“ [11]
Proteste in Iran
Gleichzeitig gehen auch die regierungsfeindlichen Proteste in Iran unvermindert weiter. Zentren des Protests sind unter anderem Rojhilat und Belutschistan. Die von der Menschenrechtsorganisation HRANA bestätigte Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 4’902 gestiegen und 9’387 weitere Fälle werden noch geprüft [5]. Im Lower Class Magazine analysiert der iranische Autor und Aktivist Sia Sareer die aktuellen Proteste aus einer klassenkämpferischen Perspektive. Er schreibt, dass die Proteste nur verstanden werden können, wenn man die Dimension der Klasse berücksichtigt [6].
Weitere Hintergrundinformationen zur aktuellen Lage in Rojava
Weitere Hintergrundinformationen zu den aktuellen Entwicklungen in Rojava findet ihr auf Civaka Azad [7] und ANF [8]. Ausserdem hat das Lower Class Magazine die Ereignisse bis zum 19. Januar zusammengefasst [9] und in einem sehr sehenswerten Interview bei 99 zu Eins wird die aktuelle Situation in Rojava übersichtlich erklärt [10].
Links
[1] https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/karawane-aus-europa-nach-kobane-startet-49878
[2] https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/unser-leitspruch-lautet-berxwedan-jiyan-e-49857
[3] https://www.akweb.de/politik/fuer-rojava-geht-es-um-alles-syrien-angriff-der-islamistischen-uebergangsregierung-auf-die-selbstverwaltung/
[4] https://lowerclassmag.com/2026/01/22/nur-widerstand-wird-rojava-am-leben-halten/
[5] https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/weiterhin-todliche-regimegewalt-in-iran-rojhilat-und-belutschistan-49886
[6] https://lowerclassmag.com/2026/01/17/iran-ein-klassenkampf-der-nicht-ignoriert-werden-darf/
[7] https://civaka-azad.org/category/c9-analysen/c32-rojava-und-syrien/
[8] https://deutsch.anf-news.com
[9] https://lowerclassmag.com/2026/01/19/rojavas-krieg-um-die-existenz/
[10] https://www.youtube.com/live/wwxaKP-VOjE?si=VwOqDlOam13aNthM
[11] https://www.freitag.de/autoren/sebastian-baehr/rojava-in-gefahr-ein-einmarsch-wuerde-ethnische-saeuberungen-bedeuten/b0fb6bff-c49c-4d6f-a779-f9b86d4c0286
Veranstaltungen und Demos:
Demonstrationen für Rojava am Freitag, 23.01.2026
Winterthur: 18:30 Uhr, Neumarkt (vor dem Kiwi Kino)
Luzern: 17:00 Uhr, Schwanenplatz
weitere Städte: siehe Telegram und Instagram
Begrüssung Karawane
Freitag, 23.01.2026, ca. 21:00 Uhr, Streikhaus Zürich
Am Freitagabend begrüssen wir die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit in Zürich. Sie wird ca. gegen 21 Uhr am Streikhaus erwartet. Bereiten wir unseren Genoss:innen ein herzliches Willkommen. Weitere Infos folgen auf Telegram und Instagram.
ALLE an die Grossdemo für Rojava am Samstag in Zürich
Samstag, 24.01.2026, 14:00 Uhr, NiUnaMenos-/Helvetia-Platz, Zürich
Am Samstag mobilisieren wir alle Kräfte nach Zürich für ein gemeinsame widerständige Demonstration gegen die Angriffe auf Rojava. Kommt ALLE und bringt all eure Freund:innen und Genoss:innen mit!
Soli-Filmabend über Rojava
Sonntag, 25.01.2026, 20:15 Uhr, im Ziegel/ Rote Fabrik, Zürich
Es werden die Filme „De Töfflibueb vo Qamischlo“ und „Berxwedan Jiyane – Der Tishreen Widerstand“ gezeigt. Begleitet werden die Filme von einem kurzen Input zur aktuellen Lage.
Weitere Demos und Aktionen werden täglich auf Telegram und Instagram geteilt.
Wir sehen uns auf der Strasse! Her bijî Rojava!
Rojava Komitee Zürich
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