Liebe Freund*innen und Genoss*innen
In diesem Newsletter wollen wir einen Blick auf das erfolgreich begangene Newroz-Fest werfen und seine Bedeutung in der aktuellen Situation verstehen. Gleichzeitig wollen wir auf die aktuellen Entwicklungen in Kurdistan schauen und euch zu unserer Volksküche einladen, bei der wir Öcalans Botschaft vom 27. Februar und ihre Auswirkungen mit euch zusammen anschauen wollen.
Newroz

Vor zwei Wochen, am Samstag, den 22 März, versammelten sich tausende Kurd*innen zusammen mit ihren Unterstützer*innen auf dem Hardturm-Areal in Zürich. Das Fest fand zum ersten Mal draussen statt und war ein voller Erfolg. Wir waren mit einem Stand vor Ort, an dem wir viele spannende Gespräche mit den Besucher*innen führten und die Zuversicht sowie Widerständigkeit der Menschen spürten.
Das diesjährige Motto war „Abdullah Öcalan befreien, Selbstorganisation stärken,“ und die Vorsitzende vom Dachverband der demokratischen kurdischen Gemeinschaften in der Schweiz (CDK-S), Dilan Çetinkaya, erklärte ANF: „Unser heutiges Newroz ist ein politisches. Wir fordern die physische Freiheit von Öcalan und eine demokratische Gesellschaft.“ [1]
Interview mit Besê Hozat zum Aufruf von Öcalan
In ihrem Interview mit dem Fernsehsender Medya Haber TV betont Besê Hozat, die Ko-Vorsitzende des Exekutivrats der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK), ebenfalls die politische Bedeutung des diesjährigen Newroz-Festes. Auch in Kurdistan hätten die Newroz-Feierlichkeiten die Freilassung Öcalans und eine demokratische Gesellschaftsordnung ins Zentrum ihrer Forderungen gestellt.
Der Aufruf von Öcalan vom 27. Februar habe die Perspektive für eine demokratische Republik mit einem pluralistischen Gesellschaftsmodell geöffnet. Öcalans Friedensangebot werde jedoch aktuell vom türkischen Staat weitestgehend ignoriert. Mehr noch: die aktuelle Repression der AKP-MHP-Regierungskoalition gegen jegliche Opposition in der Türkei sei aus der Unterdrückung der Bevölkerung Kurdistans abgeleitet.
Sie betonte erneut die zentrale Rolle, die PKK-Vordenker Öcalan in einem möglichen Friedensprozess einnehmen könne, und dass es ohne Öcalans physische Freiheit einen solchen Prozess nicht geben könne. Mit Blick auf die türkische Rolle im Syrien-Konflikt warf sie der Türkei eine Mitschuld an den Massakern an der alawitischen Bevölkerung vor: Die Türkei unterstütze fundamentalistische Kräfte und sei an einer Destabilisierung der Region interessiert [2].
In einem weiteren lesenswerten Interview stellt Murat Karayılan, Mitglied des Exekutivkomitees der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Bedingungen für die von Öcalan in Aussicht gestellte Entwaffnung der PKK auf [3].
Volksküche zur Aktuellen Situation
Um den Aufruf Öcalans im Kontext der Lage in der Osttürkei, in Rojava und in Istanbul zu verstehen, laden wir euch herzlich zu unserer Volksküche am kommenden Dienstag ein. Zur Einschätzung der aktuellen Lage in Syrien möchten wir bereits jetzt auf die „Erklärung zur Bildung der Übergangsregierung“ der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien hinweisen [4]. Ausserdem möchten wir euch die Einschätzung der Widerstandsvernetzung zur Lage in Kurdistan und im Mittleren Osten als Lektüre empfehlen [5].
[1] https://anfdeutsch.com/kultur/tausende-feiern-newroz-in-zurich-45685
[2] https://anfdeutsch.com/hintergrund/-45719
[3] https://anfdeutsch.com/hintergrund/-45684
[4] https://nordundostsyrien.de/erklaerung-uebergangsregierung/
[5] https://widerstandsvernetzung.org/kurdistans-mittleren-ostens/
Veranstaltungen:
Volksküche & Aktuelle Infos zu Rojava
Dienstag, 08.04.2025 ab 18:30 Uhr, Kasama, Militärstrasse 87A, 8004 Zürich

Veranstaltung zu Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes
Mittwoch, 23.04.2025 um 19:00 Uhr, CaBi Antirassismus-Treff, Linsebühlstrasse 47, St Gallen

Jetzt schon in den Kalender eintragen: Politwochenende 2025
25.04. – 27.04.2025 im Volkshaus und auf dem Kanzlei-Areal, Zürich
Zur Vorbereitung auf den 1. Mai wird es spannende Vorträge, leckeres Essen und viel Motivation geben.
Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich
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